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Alles über HD+

(Update: 15.04.2011)

 

Das HDTV-Angebot HD+ genießt hohen Bekanntheitsgrad. Der Satellitennetzbetreiber Astra hat es am 31. Oktober 2009 gestartet. Anfangs war nicht sicher, welche Empfänger die HD-Sender empfangen können. Dahter hatte sogar die Verbraucherzentrale von dem Angebot zunächst abgeraten. Inzwischen sind die Rahmenbedinungen jedoch allesamt geklärt. Das AV-Magazin zeigt alle Aspekte von HD+ auf.

Was ist HD+?

Bei HD+ handelt es sich um ein Programmpaket, das nach aktuellem Stand vor allem aus den bekannten Privatprogrammen besteht. Dabei werden die Sender RTL, RTL 2, Vox, ProSieben, Sat 1, Kabel Eins in High Definition ausgestrahlt. Hinzu kommen Sport 1 HD und Sixx HD. Alle Programme zeigen Full-HD-Bildauflösung mit 1920 mal 1080 Bildpunkten.

Da die zuerst genannten Privatprogramme derzeit kaum in High Definition produzierte Sendungen besitzen, rechnet Satellitennetzbetreiber Astra deren Standard-Programme auf HD-Bildpunktzahl hoch. Diesen Trick hatten ProSieben und Sat 1 auch zu HD-Anfangszeiten angewandt, wobei sie ihre Bilder damals kostenlos anboten.

Originäres, also in High Definition produziertes Material, überträgt HD+ daher nach wie vor zu einem nur kleineren Anteil. Anspruchsvolle High-Definition-Fans, die einen Großbildfernseher oder einen Beamer besitzen, wird dieser Unterschied der Bildqualität störend auffallen.

Wie hochwertig ist HD+?

Wie oben erläutert, rechnet HD+ den größten Teil des Angebots auf High Definition hoch. Optimale HD-Qualität erhält man dabei nicht. Allerdings steht Astra ausgereiftes, professionelles Equipment für die Skalierung zur Verfügung, das die Umrechnung vor der Übertragung sehr gekonnt vornimmt. Daher ist eine Schärfesteigerung zwischen den SD- und den daraus erzeugten HD-Bildern deutlich zu sehen. Wer jeglichen Qualitätszuwachs beim TV-Gucken begrüßt, wird somit auch HD+ schätzen. Vor allem dann, wenn man seinen Receiver bislang per Scart an den Fernseher angeschlossen hat: Mit einer HD-Box wird das diese Stecker durch HDMI ersetzt. Bereits der Wechsel von der analogen Scart- zur digitalen HDMI-Verbindung beschert eine deutliche Verbesserung der Bildqualität. Diesen Vorteil erkennt man allerdings auch bei SD-Programmen.

Wie empfange ich HD+?

Es gibt nach aktuellem Stand fünf Empfangsvarianten. Die erste erfolgt über Satellitenboxen, die von Astra eigens für HD+ zertifiziert werden. In ihnen ist die Entschlüsselung für HD+ bereits integriert. Auch die SD- und freien HD-Programme anderer Programmanbieter lassen sich empfangen. Ein Common Interface für konkurrierende Pay-TV-Pakete ist nicht eingebaut. Die Boxen fallen relativ preisgünstig aus.

Die zweite Empfangsvariante ist für Satellitenkunden mit bisherigen Common-Interface-Receivern. Astra bietet ein CI-Modul an, also ein für HD+ geeignetes Conditional-Access-Modul (CA). Es entschlüsselt nach bekanntem Prinzip die Programme, indem man es in den CI-Schacht des Empfängers einschiebt.

Als dritte Empfangstechnik steht die CI-Plus-Entschlüsselung zur Verfügung <LINK(siehe „Alles über CI Plus“)</LINK>. Der Nachfolger des bisherigen Common Interface ist in Satellitenreceivern, Kabelempfängern sowie Fernsehern mit integriertem Satelliten- und Kabelmodul zu finden. Einschieben lässt sich eigentlich jedes CI- und CI-Plus-Modul jeglicher Bezahlsender. HD+ schaltet jedoch sein CI-Modul für den neuen Schacht nicht frei, nur das CI-Plus-Modul funktioniert. In wie weit Kabelnetzanbieter die Pogramme von HD+ in ihren Kabelnetzen anbieten, muss man als Kunde jeweils erfragen. Bislang ist HD+ jedoch als Satellitenangebot konzeptioniert. Die großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia speisen die Sender bis dato nicht ein.

Ab Sommer 2011 soll das HD-Plus-Paket schließlich auch über den Abo-TV-Anbieter Sky beziehbar sein. Neue Ausstattung dürfte in diesem Fall nicht nötig sein – man abonniert bei Sky das Programmpaket und empfängt es mit demselben Equipment wie die Sky-Sender. Das Angebot besteht laut Sky nur über Satellit, nicht in den TV-Kabelnetzen.

Kann man HD+ aufnehmen?

Grundsätzlich ist es den Privatprogrammen ein Dorn im Auge, wenn sich durch Vorspulen innerhalb einer Sendung die darin geschaltete Werbung überspringen lässt. Daher schränken sie die Aufnahmemöglichkeiten für ihre High-Definition-Programme ein. Aus technischen und lizenzrechtlichen Gründen fallen diese Einschränkungen je nach Entschlüsselungstechnik des TV-Empfängers auf verwirrende Weise unterschiedlich aus.

Bei der Aufnahme mit einer integrierten oder per USB angeschlossenen Festplatte ist es für gewöhnlich möglich, Sendungen auf längere Zeit zu archivieren oder sie vorübergehend für die Timeshift-Funktion zu speichern. In beiden Fällen kann man innerhalb der Sendungen nach Belieben vor- und zurückzuspringen. Bei den Programmen von HD+ werden diese Funktionen dagegen kontrolliert. Das Ergebnis: Mit CI-Plus-Empfängern ist das Vorspulen innerhalb der Timeshift-Aufnahmen erlaubt, die Archivierung aber verboten. Bei den HD-Plus-Receivern mit integrierter Entschlüsselung verhält es sich dagegen genau umgekehrt. Gleichzeitig darf die Timeshift-Zeitspanne 90 Minuten nicht überschreiten.

Das ist kaum zu überblicken. Daher zeigt Ihnen die AV-Magazin-Tabelle übersichtlich die Aufnahmemöglichkeiten für die jeweiligen Entschlüsselungstechniken auf. Diese Angaben gelten ausschließlich für die Programme der Plattform HD+. Sobald man andere Sender einschaltet, stehen ungehindert wieder sämtliche Aufnahmevarianten bereit.

Was kostet HD+?

Laut Astra nichts. Denn der Satellitennetzbetreiber möchte die Einnahmen als reine Entschädigung für die Übertragung der Programme verstanden wissen, vergleichbar mit den Kosten, die für den Kabelempfang anfallen. Astra spricht von einer „Servicepauschale“. Tatsache ist allerdings, dass der Sat-Empfang in den vergangenen Jahren auch deshalb so viele Anhänger gefunden hat, weil keine Anschlusskosten gefordert wurden. An dieser Schraube möchte Astra inzwischen allzu gern drehen, der erste Versuch war das gescheiterte „Entavio“-Projekt. Jetzt soll HD+ der Türöffner sein. Wer einen Receiver, ein CI- oder ein CI-Plus-Modul für HD+ kauft, erhält die Abo-Karte gratis dazu. Falls man einen Receiver besitzt, der vom Hersteller per Update nachträglich für HD+ tauglich gemacht wurde, kann man die Abo-Karte unter Angabe der Receiver-Seriennummer nachbestellen.

Im ersten Jahr nach Kauf oder Bestellung kostet HD+ nichts. Danach möchte Astra 50 Euro pro Jahr. Laut Astra soll dieser Betrag konstant bleiben, auch wenn die Anzahl der ausgestrahlten Programme sich zukünftig vergrößern sollte. Das Wachstum hielt sich bislang allerdings in Grenzen.

Die Receiver mit integrierter Entschlüsselung für HD+ kosten je nach Ausstattung unterschiedlich. Sonderangebote starten bei etwa 100 Euro. Das CI-Modul kostet 99 Euro, das CI-Plus-Modul 79 Euro.

Fazit

Besonders attraktiv ist HD+ nicht. Es entstehen neue Kosten, die Gegenleistung ist jedoch noch relativ klein. Besonders wenn man dabei die Einschränkungen für Aufzeichnungen ins Kalkül zieht. Wann aus der hochgerechneten HD-Kost zum größten Teil „echte“ wird, ist noch nicht absehbar. Erst wenn HD+ mit vollwertiger HD-Kost nachzieht, lohnen sich die Ausgaben.

 

Internetseite: www.hd-plus.de

 

HD-Plus-Sender aufnehmen

 

Archivierung

Timeshift

Vorspulen

Modul

integr. Entschlüsselung mit        
integr. Festplatte ja ja nein nein
USB-Recording ja ja nein nein
CI mit        
integr. Festplatte ja ja nein CI-Modul
USB-Recording ja ja nein CI-Modul
CI-Plus mit        
integrierte Festplatte nein ja ja CI-Plus-Modul
USB-Recording nein ja ja CI-Plus-Modul
DVD- oder Blu-ray-Recording nein - - -
Analoge VCR-Aufzeichnung über Scart ja - ja je nach Receiver
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