Immaculate Collection
RHA T10i / T20

Testbericht von Marius Donadello 29. Juni 2015 Fotos: Hersteller

RHA T10i / T20: Immaculate Collection

Die junge Start-Up-Company RHA aus Glasgow will eine gewichtige Rolle im hart umkämpften In-Ear-Segment spielen. Für dieses Ziel geht RHA mit edlen Materialien, Top-Verarbeitungsqualität und innovativen Lösungen ins Rennen. AV-Magazin hat den T10i und den brandneuen T20 getestet.

Lewis Heath und Andrew Reid aus Glasgow hatten eine verwegene Idee: Man beantrage Start-Up-Kapital und gründe eine Firma zur Entwicklung und Produktion hochwertiger In-Ear. Das geschah nicht etwa in der letzten Dekade, sondern vor drei Jahren. Angesichts des inzwischen fast unüberschaubar großen und von einigen Global Playern besetzten In-Ear-Marktes erscheint diese Unternehmung als mutiges Wagnis, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und offenbar ist eine Sättigung des Segmentes nicht in Sicht, zudem gibt es bei In-Ears nach wie vor Verbesserungspotenzial und Möglichkeiten, etwas anders zu machen als andere - das lohnt sich meistens. Eine Profilierung im starken Wettbewerb ist daher durchaus realistisch, wenn man eigene Vorstellungen hat und sie nur konsequent umsetzt.

Wofür also steht RHA? Zunächst einmal will man klassische Wertschöpfung mit hochwertigen Materialien und ausgezeichneter Verarbeitungsqualität offerieren, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit soll der Kunde lange Freude an seinem Produkt haben. Das grenzt schon einmal vom Gros des Angebots im unteren Preissegment ab, aber im Bereich zwischen circa 180 Euro und 230 Euro, in dem sich die hier getesteten Modelle T10i und T20 bewegen, ist ein gehobenes Qualitätsniveau Standard. Allerdings gefallen auch die preisgünstigeren Modelle von RHA wie beispielsweise der MA 600i mit Gehäusen aus beständigem, so genanntem Luftfahrt-Aluminium wegen ihrer Wertigkeit und ihres eigenständigen, reizvollen Designs. Offenkundlich hat RHA eine recht hoch angesiedelte Untergrenze für Qualität definiert und will durch besonders viel Gegenwert für’s Geld glänzen. Ein solcher Grundsatz ist natürlich sehr begrüßenswert, dürfte langfristig aber auch dazu beitragen, vor allem jüngere Klientel vom Nutzen einer etwas höheren Investition zu überzeugen - hoffentlich.

RHA beschränkt seinen ernsten Anspruch jedoch nicht auf Material und Design, das ist für die jungen Briten eher der Boden, in dem ihre Saat aufgehen soll: Mit selbst entwickelten Technologien wollen sie den besten Klang in den jeweiligen Preisgefügen bieten.