Eindrucksvolles Debüt
Krell Digital Vanguard

Testbericht von Marius Donadello 25. Juni 2018 Fotos: Hersteller / AV-Magazin

Krell Digital Vanguard
Eindrucksvolles Debüt

Der Digital Vanguard erweitert seine Funktion als Vollverstärker mit einem D/A-Wandler, einem Streaming-Board und diversen Digital-Eingängen. AV-Magazin hat sich angehört, wie gut der erste Allrounder von Krell seinen Job macht.

»Gut Ding will Weile haben« - diese Volksweisheit trifft auf den neuen Digital Vanguard gleich in zweierlei Weise zu, denn vor einigen Jahren hätte man nur hinter vorgehaltener Hand spekuliert, ob es je ausreichende Nachfrage nach einem Gerät wie diesem geben würde oder gar die Entwicklung des Marktes einen Alleskönner einfordern würde. Während sich seinerzeit mehrere High-End-Hersteller dieselbe Frage stellten, ging es dabei für Krell auch um die eigene Firmenidentität; immerhin hatte man immer eine große Schwäche für große, möglichst kompromisslose Konzepte: In den Achtzigern machte die damals recht neue Marke die High-End-Szene vor allem mit Endstufen-Boliden auf sich aufmerksam. Als dann in den Neunzigern die digitale Ära anbrach, stellte sich Krell erneut mit schweren »Geschützen« auf, die damaligen DVD- und CD-Spieler brachten mehr auf die Waage, als manch anderer Vollverstärker. Nun, da man im US-Amerikanischen Orange auch praktikablere Komponenten baut, die zeitgemäßen Perspektiven auf High-End Rechnung tragen, hat sich allerdings am hohen Qualitätsanspruch der Entscheidungsträger nichts geändert.

Vermutlich mussten Interessenten deswegen auf den bereits vor einem Jahr angekündigten Digital Vanguard lange warten, denn mit einfachen Lösungen von der Stange wäre man nicht zum Ziel gekommen - schließlich soll der Digital Vanguard als erste voll integrierte Komponente von Krell ein deutliches Zeichen setzen. Zuvor war man mit der Idee eines Verstärkers mit eingebautem Digitalteil sowie den Überlegungen zur Ausstattung desselben lange schwanger gegangen, denn die Koexistenz analoger und digitaler Schaltungen in einer hoch integrierten Komponente stellt insbesondere wegen hochfrequenter Störungen, die es einzudämmen gilt, eine beträchtliche Herausforderung dar. Zudem sollte der Digital Vanguard so kalkuliert sein, dass ihn sein Verkaufspreis auch für Klientel attraktiv macht, die nicht den Gegenwert eines Mittelklasse-Fahrzeugs in HiFi investieren möchte. Dennoch präsentiert sich der digital erweiterte Vanguard mit reichhaltiger Ausstattung: Er ist mit drei analogen Eingängen, die mit RCA-Buchsen ausgeführt sind, sowie einem symmetrischen XLR-Eingang auf der analogen Seite mit dem Vanguard identisch.