Treffen der Kulturen
Micromega M-One 100 & Sonus faber Venere Signature

Testbericht von Marius Donadello 3. Mai 2017 Fotos: Hersteller

Micromega M-One 100 & Sonus faber Venere Signature
Treffen der Kulturen

Der M-One 100 von Micromega ist ein Vollverstärker, dessen Möglichkeiten so weit reichen, dass es schwer fällt, ihn lediglich als solchen zu bezeichnen. Die Venere Signature von Sonus faber krönt als Spitzenmodell die Venere-Serie. Funktional und gestalterisch bilden sie eine Traumkombi - ob sie auch klanglich so gut harmonieren, haben wir uns angehört.

Lang, sehr lang hat es gedauert, bis die ersten Verstärker der neuen M1-Serie von Micromega verfügbar waren, da mögen mir die Messieurs Hamdi und Schaer bitte verzeihen, aber das musste vor lauter Ungeduld gesagt werden. Interessenten und Kunden werden allerdings auch feststellen, dass sich das Warten wirklich gelohnt hat, dessen bin ich mir sicher - um soweit schon einmal mit der Tür in’s Haus zu fallen. Tatsächlich kommt es nicht häufig vor, dass ein Produkt das Resultat so langer, intensiver Vorarbeit ist, wie im Falle der neuen M-One-Verstärker. Die vor einigen Jahren gestartete hausinterne R&D in Sachen Komponentendichte und Integration von Digitalsektionen nebst Wireless-Modul schuf erst die Grundlage für eine neue Produktlinie, die neue Maßstäbe setzen soll, wenn es um die Synthese von Design, Funktionalität und Klangqualität geht. Schließlich gingen Umstrukturierungen, Investitionen und eine strategische Neuausrichtung diesen Projekten voraus, Micromega hat sich innerhalb der vergangenen Jahre neu erfunden und wichtige Schritte sukzessive vollzogen. Dazu gehört auch, dass Micromega im Zuge der M-One-Serie plötzlich mit Software zu tun hat - das ist besonders für einen High-End-Hersteller der Anfang zahlreicher Schwierigkeiten, die erst einmal bewältigt werden wollen.

Wie lässt sich der M-One 100 kurz charakterisieren, ohne die Metapher des universell ertragreichen Nutztiers zu bemühen? In etwa folgendermaßen kommt man der Sache nahe: Der M-One ist ein leistungsstarker Vollverstärker mit Streamer, DAC, sechs digitalen Eingängen in fünf unterschiedlichen Formaten, Ethernet, WLAN, Bluetooth 4.0 aptX, AirPlay, jeweils einem analogen Eingang Cinch und XLR, einem Phono-Eingang und Internetradio-Dienst. Und sein Design ist sowohl außerordentlich reizvoll als auch funktional durchdacht, die Verarbeitungsqualität ist hervorragend, nicht nur an seinem vergleichsweise moderaten Verkaufspreis bemessen.

Doch vor einem genaueren Blick auf den M-One 100 sei natürlich auch die Venere Signature kurz eingeführt, obgleich man zu einem Lautsprecher von Sonus faber nicht mehr viel sagen muss - das Wissen um ausgezeichnetes Design und in jeweiligen Preisklassen hervorragende Verarbeitungsqualität der Kreationen aus Arcugnano hat jeder, der sich für Lautsprecher interessiert. Die Venere S („S“ wie „Signature“) allerdings ragt gestalterisch und technisch aus der Venere-Serie empor, reckt sich in Richtung der Olympica-Modelle und füllt so einen relativ großen Zwischenraum im Portfolio der italienischen Manufaktur aus. Beide Komponenten wurden konzipiert, klanglich besonders hohen Gegenwert zu bieten und passen mit Blick auf ihr Design ausgezeichnet zusammen. Daher haben wir uns angehört, was dieses vielseitige, anspruchsvolle System klanglich vollbringen kann und stellen es Ihnen als Kette vor.