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Wadia di122

Testbericht von Marius Donadello 26. Oktober 2016 Fotos: Hersteller

Wadia di122
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Mit der vergleichsweise preisgünstigen 1er-Serie zielt Wadia auf neue Klientel - und sogar auf den Desktop. AV-Magazin hat getestet, ob der kompakte di122 an die Qualitäten der größeren Komponenten anknüpfen kann.

Wer in den Neunzigern schon High-Ender war, kennt Wadia meist nicht nur - die Chancen stehen sehr gut, dass mit dieser Marke Träume verbunden sind. Blühende Erinnerungen an unvergessliche Musikerlebnisse bei Fachhändlern, die für die meisten in den eigenen vier Wänden jedoch unerreichbar blieben. Seit einigen Jahren sind Wadia-Komponenten jedoch gar nicht mehr unerreichbar, denn nachdem der amerikanische Digitalspezialist nach einigen Schwierigkeiten unter dem Dach der heutigen World of McIntosh Zuflucht fand, nahmen die Konzernverantwortlichen einige Änderungen vor. Zunächst einmal sollten Produktserien konzipiert werden, deren funktionale Ausstattung und deren Appeal mit der Gegenwart korrespondiert - und dann sollte auch etwas her, dass für einen vierstelligen Betrag zu haben ist. So kam Wadia zurück aus der Ahnengalerie verehrter Marken, stand mit dem voll integrierten Intuition 01 wieder im Rampenlicht.

Schon kurze Zeit später legte Wadia nach und führte die Serien 3 und 1 ein, die das aus der goldenen Ära des Herstellers gewohnte Design stärker aufgreifen. Ihre abgerundeten Gehäusekanten sind wieder als Pylone ausgeformt, das unverwechselbare Gestaltungsmerkmal aller Wadia-Komponenten, das bei den früheren Geräten in einen Spike mündete und so als Stellfuß diente. Außerdem folgt die gesamte neue Linienführung der 3er und 1er verstärkt der klassischen, gradlinigen Schule; offenbar soll gleich auf den ersten Blick das Renommee von Wadia erneut aufleben. Aber was hat eigentlich damals Wadia so besonders gemacht, dass schon die bloße Erwähnung des Namens bei Audiophilen für leuchtende Augen sorgte? Rückblickend betrachtet begründete sich ein Teil des Erfolgs auch damit, das Wadia mit dem richtigen Ansatz zur richtigen Zeit kam, denn es gab Anfang der Neunziger Jahre längst nicht so viele klanglich überzeugende CD-Spieler und D/A-Wandler wie heute. Mehr noch: Zusammen mit kaum einer Handvoll weiterer Hersteller hat Wadia digitale Musikwiedergabe für High-End-Ansprüche überhaupt erst salonfähig gemacht. Den Rest besorgte die richtige Idee und der unbeirrbare Wille, sie durchzusetzen, denn technologisch ging Wadia immer einen anderen Weg.