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Hintergrund: Zukunft des Fernsehens – die Sony-4K-TVs des Jahres 2014

Drei neue UHD-Serien hält Sony fürs Jahr 2014 bereit. Den Einstieg übernimmt für die Japaner die Serie X8505B, die Liga darüber gehört den Modellen X9005B. State of the art manifestiert sich schließlich im Einzelmodell KD-85X9500B. Die TVs etablieren Ultra High Definition im Markt und integrieren die zugehörigen technischen Standards. UHD-Zuspiel ist dank eines exklusiven, externen Media Players von Sony ebenfalls gesichert.

Die Serie X8505B markiert den UHD-Einstieg bei Sony
Mit den X9005B-TVs schwebt man bereits in den höheren UHD-Regionen

Sony war der erste TV-Hersteller, der das Thema 4K thematisierte und damit zum Trendsetter wurde. Zunächst hinter verschlossenen Türen vor einem ausgewählten Journalistenkreis, später mit dem Verkauf des ersten Sony-UHD-TVs brachte der Japaner den Markt voran. Nun durchdingt er das 4K-Segment weiter und integriert die neuesten Standards.

Sieben schwarz glänzende Auflösungsboliden präsentiert Sony in 2014. Und zur IFA Ende des Jahres könnten es sogar noch mehr werden. Doch die drei Modellreihen dürften fürs Erste jeden anspruchsvollen Cineasten beeindrucken und auf lange Zeit zufriedenstellen.

Die TVs der Reihe 8505B warten in den Größen 49, 55 und 65 Zoll auf (123 bis 164 Zentimeter Diagonale). Die 9005B-Serie spielt mit 55, 65 und bereits riesigen 77 Zoll auf (139 bis 200 Zentimeter). Die Krönung übernimmt der X9500B, den es derzeit ausschließlich in gigantischen 85 Zoll gibt (215 Zentimeter).

Im Test des AV-Magazins haben die Serien 8505B und 9005B bereits ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Mit zukunftsfähiger 4K-Ausrüstung formen sie das neue Fernsehen. Doch Sony hat nicht nur TVs, sondern ein ganzes 4K-Netzwerk aus Zuspielern und Kameras in petto. In unserem UHD-Hintergrundbericht beschreiben wir Ihnen die Bausteine des Sony-4K-Universums.

Der KD-85X9500B ist ein High-End-Bolide mit Direct-LED direkt hinter der 4K-LCD-Schicht

HEVC: Die UHD-Revolution

UHD beschert nicht nur vierfache Full-HD-Bildpunktzahl, sondern auch einen größeren Farbraum. Zum Vergleich: Rec. 709 ist der Blu-ray-, DVD- und Fernseh-Farbraum. D-Cinema findet in großen Digital-Kinos Verwendung. Der Spectral Locus ist der fürs menschlichen Auge sichtbare Farbraum
High Efficiency Video Coding halbiert im Durchschnitt die Datenmenge, die zur Darstellung eines hochwertigen Filmbildes notwendig ist

Das digitale Zeitalter ist von einem bedeutenden Faktor geprägt: Datenmenge. In welchem Bereich auch immer, Datenfülle benötigt Platz bei der Übertragung und Speicherung. Sie ist schlicht der Beelzebub und steht konträr zur Qualität des Informationsbedarfs. So benötigt etwa ein niedrig aufgelöstes Bild mit geringer Bildpunktzahl wenig Übertragungs- und Speicherplatz, ist jedoch unschärfer und weist eine geringere Nuancierung bei Farbe und Schattierung auf.

Die aktuelle Lösung fürs Heimkino heißt High Efficiency Video Coding (HEVC; H.265). Das Datenreduktionsprinzip löst den mit Full HD eingeführten Datenreduktions-Codec H.264 ab. Es ist deutlich leistungsfähiger und benötigt in seiner ausgefeiltesten Form 40 bis 50 Prozent weniger Datenmenge als H.264 (AVC = Advanced Video Coding).

Die Reduktion ist notwendig, um das enorme Bilddatenaufkommen von 4K bewältigen zu können. Die Bildpunktzahl ist viermal höher als bei Full HD. Ein größerer Farbumfang als bei Full HD könnte die Infomenge zukünftig noch weiter steigern. HEVC ist also unabdingbar fürs UHD-Zeitalter, und damit auch als Ausstattungsmerkmal für UHD-TVs.

Sony integriert den neuen Codec in seinen UHD-Stars. Obendrein sind die Modelle in der Lage, die dennoch entstehenden, höheren Datenströme zu verarbeiten.

UHD-Bilder werden per HEVC wohl zunächst übers Internet ankommen. Einzelne Anbieter von Video on Demand stellen sie bereits zur Verfügung, YouTube-Clips gibt es ebenfalls, und eigenhändig erstellte Camcorder-Videos kann man auch schon in die Cloud stellen. Der Media Player der Sony-TVs ist daher für HEVC gerüstet. Er springt ebenfalls ein, wenn man per USB-Stick oder -Festplatte 4K-Kost anliefert. Dasselbe gilt für Nahrung aus dem WLAN- oder Ethernetkabel-Heimnetz.

Letzterer Weg dürfte zukünftig noch mehr als bisher auch von Fotos beschritten werden. Denn die großen Sony-Schirme und deren hohe Auflösung bilden die Schnappschüsse quasi so fein ab wie ein Papierfoto. Das wirkt schlicht atemberaubend.

 

Datentunnel: HDMI 2.0

HDMI hielt mit HDTV Einzug in die TV-Welt. Verwirrend sind die unterschiedlichen Versionen. Für UHD ist HDMI 2.0 als Nachfolger von HDMI 1.4 notwendig

4K-Bilder sind so anspruchsvoll in ihrem Platzbedarf, dass sie auch einen neuen HDMI-Standard erforderlich gemacht haben. Dieser heißt HDMI 2.0.

Entscheidendes Merkmal ist das hohe Datenvolumen, das er verarbeitet. Es reicht bis zu 18 Gigabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Aktuelle Blu-rays erzielen maximal um 25 Megabit pro Sekunde. Nun ist also viel Luft im Rohr für die 4K-Bildpunktzahl. Allerdings wird ein Teil davon auch von höheren Musikraten belegt. Bis zu 32 Lautsprecher können ab jetzt mit eigenen Kanälen versorgt werden. Hinzu kommen Steuer-, Info- und Mediendaten. Welches Datenvolumen letztlich rein für 4K-Video verwendet wird, muss sich noch zeigen. 50 Megabit pro Sekunde für das Zuspiel per HDMI sind wahrscheinlich. Die Sony-TVs sind fürs HDMI-Zuspiel jedenfalls gerüstet. .

In welcher Bildwechselfrequenz die UHD-Szenerien ankommen dürfen, ist mit obigen Daten noch nicht beschrieben. Hier kann die Limitierung bei 24 Bildern pro Sekunde liegen (24p). Die Sony-TVs nehmen jedoch bis zu 60 Bilder pro Sekunde an (60p). Damit treffen sie Vorsorge, dass die europäische Bildwechselfrequenz von 50 Hertz abgedeckt ist.

Sicherheit: Kopierschutz HDCP 2.2

Ein weiterer separater, aber zu integrierender UHD-Baustein ist der Kopierschutz HDCP 2.2 (High-bandwidth Digital Content Protection). Er löst HDCP 1.4 ab. Die Filmstudios wollen ihre Werke noch besser geschützt wissen und haben die Erweiterung verlangt.

Die ersten UHD-TVs warteten mit dieser Neuerung noch nicht auf. Mit ein Grund dafür war, dass der Kopierschutz zwar fester Bestandteil des HDMI-Anschlusses sein sollte, vom „HDMI-Forum“ als Normstifter aber nicht zwingend vorgeschrieben ist. Bei Sony ist HDCP 2.2 inzwischen selbstverständlich. So darf man dem zukünftigen Blu-ray-Nachfolger, von dem zur IFA vermutlich mehr zu hören sein wird, gelassen entgegenblicken darf.

UHD-TV schon jetzt: Skalierung

Bis die UHD-Welt in allen Bereichen des Heimkinos Realität geworden ist, dauert es noch ein wenig. Um die Lücke zu schließen, lautet das Stichwort „hochwertige Skalierung“. Dabei rechnet die Elektronik SD- und HD-Bilder auf 4K-Bildpunktzahl hoch. Wie unser AV-Magazin-Test der beiden Sony-TVs gezeigt hat, beherrschen die Serien diesen Kniff ausgesprochen gut.

Es gelingt ihnen, die nieder aufgelösten Bilder so zu ergänzen, dass die Schärfe erhalten bleibt, obgleich die Schirme deutlich größer ausfallen als bislang gewohnt. Obendrein darf man sogar auf rund 1,50 Meter Nähe an sie heranrücken, ohne dass die Bilder pixelig wirken. Kurz: Die Elektronik der Sony-TVs erzielt durch die Skalierung eine höhere Auflösung, als Blu ray und das Fernsehen sie liefern können.

So kann man durchaus behaupten, schon jetzt in UHD-Genuss zu kommen, auch wenn das Film-Repertoire noch begrenzt ist. Den extremen Schärfeeindruck, den Original-UHD haben wird, kann eine Skalierung zwar nicht erreichen. Die großen Vorteile der Zukunftstechnik sind dank ihr aber bereits sicher.

UHD zählt viermal mehr Bildpunkte als Full HD. Der Standard erhöht die Detailschärfe deutlich. Die kleineren Full-HD- und SD-Bilder müssen vergrößert und auf die neue Auflösung hochgerechnet werden. Die fehlenden Bildpunkte errechnet die Elektronik aus den vorhandenen und fügt sie passgenau ins Bild ein (Scaling)

Das 4K-Sony-Netzwerk

Der Media Player FMP-X5A rüstet die Sony-Modelle 2013 nach, sodass sie HEVC-codierte UHD-Signale empfangen können

Sony sichert jedoch nicht nur die 4K-TV-Welt. Das 4K-Universum des Japaners umfasst alle Aspekte des neuen TV-Standards.

In den Genuss von 4K-Filmen kommen auch jene Cineasten, die bereits die ersten Sony-TV-Modelle gekauft haben, dank des Media-Spielers FMP-X5. Mit ihm streamt man 4K-Online-Videos von Diensten wie Netflix auf die Sony-TVs des Jahres 2013. Der Player dekodiert die HEVC-Internet-Inhalte und kann über USB auch eine Verbindung zu einem 4K-Camcorder herstellen.

Solche hält Sony ebenfalls bereit. Der erste kompakte 4K-Camcorder trägt den Namen FDR-AX100E. Nicht nur sein 4K-Chip, auch das Objektiv und die gesamte Elektronik sind für die Ultra-Auflösung ausgelegt. Seine Filme zeichnet er mit bis zu 25 Bildern pro Sekunde auf (25p).

Dass Sony nicht nur bei professionellen 4K-Filmproduktionen, sondern auch TV-Übertragungen im Spiel ist, weiß man spätestens seit der FIFA-Fußball-WM. Hier war Sony Sponsor und Mitproduzent. Doch auch im semiprofessionellen Bereich ist der Japaner zu Hause und offeriert den Camcorder FDR-AX1. Dieser ist bereits etwas für eingefleischtere Hobby-Regisseure. Eine wichtige Steigerung gegenüber dem kleinen Bruder: Er zeichnet die 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bilder pro Sekunde auf (60p), was die Bewegungsflüssigkeit und -schärfe bei der Wiedergabe erhöht.

Damit wäre das 4K-Sony-Universum schließlich komplett. Fazit: Der Japaner sichert sowohl auf Produktions- als auch auf Heimkinoseite volle Auflösung. Da können die UHD-Bilder ruhig kommen!

Der FDR-AX100E ist der erste kompakte UHD-Camcorder auf dem europäischen Markt
Den FDR-AX1 gab es bereits rund ein Jahr früher als den kleineren Consumer-Camcorder und ist ein semiprofessionelles Highlight
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