HiFi 15.05.2018

Teufel in der Gedächtniskirche

Direkt gegenüber der Firmenzentrale von Lautsprecher Teufel liegt die Gedächtniskirche, eines der Wahrzeichen Berlins. So trafen sich im Sommer 2017 Elektronikentwickler Christoph Klug und Kirchenmusikdirektor Helmut Hoeft und kamen auf die imposante Orgel der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu sprechen - und ihrer Schwäche im Bassbereich. Natürlich konnte Teufel da helfen und bot unbürokratische Nachbarschaftshilfe an.

Von links nach rechts: Elektronikingenieur Christoph Klug (Teufel), Kirchenmusikdirektor Helmut Hoeft, Akustikingenieur Massimo Petriaggi, Titulaorganist Wolfgang Seifen

Die Begegnung von Kirchenmusikdirektor Helmut Hoeft und Teufel Elektronikingenieur Christoph Klug am Rande der Jazz-Gottesdienstreihe In Spirit war der Start für eine Zusammenarbeit von Teufel und Kirche. Schon seit Jahren hatten Helmut Hoeft und sein Kollege, Titularorganist Wolfgang Seifen darüber sinniert, wie man die besonders tiefen Töne der Orgel in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche optimieren kann. Der erste Gedanke war natürlich, das Klangspektrum durch weitere Orgelpfeifen zu ergänzen. Die Crux: diese Pfeifen haben eine Länge von über 11 Metern und einen Durchmesser von 50 Zentimetern – ohne große Umbauten ein Ding der Unmöglichkeit. Da die Gedächtniskirche unter Denkmalschutz steht, fiel diese klassische Lösungsmöglichkeit weg. Deutlich unkomplizierter und ohne bauliche Veränderungen gestaltet sich das „Pimpen“ der Orgel mit Basslautsprechern. „Als Christoph mir von dem Projekt erzählt hat, war sofort klar: Hier müssen wir helfen. Wirklich stolz bin ich auf unsere Mitarbeiter, die viel ihrer Freizeit für dieses tolle Projekt geopfert haben“, erinnert sich Teufel-CEO Sascha Mallah.

„Es ist nicht einfach damit getan, ein paar Subwoofer hinter die Orgel zu stellen“, erklärt Christoph Klug. „Mit meinem Kollegen Akustikingenieur Massimo Petriaggi haben wir die komplette Lösung geplant und umgesetzt.“ Neben den S6000-Subwoofern von Teufel, die auf einer Empore hinter der Orgel stehen, kommen eine digitale Frequenzweiche sowie ein Midi-Interface zum Einsatz. Die genutzten Samples sind digitale Aufnahmen von echten Orgelpfeifen. Damit die Zuhörer den Klang naturgetreu orten können, kommen zusätzlich ein PA-Verstärker und zwei Satellitenlautsprecher zum Einsatz. Auf die technische Installation folgte die Anpassung an die Raumakustik sowie die Intonation der digitalen Register. Hier konnten Massimo Petriaggi und Christoph Klug nicht nur ihre technische Erfahrung, sondern obendrein ihre musikalische Leidenschaft einbringen – beide spielen privat Orgel. Mit dem Ergebnis der monatelangen Arbeit sind alle Beteiligten sehr zufrieden. „Wir Organisten sind Puristen und meinem Kollegen Wolfgang Seifen und mir wäre ein Erweiterung der Orgel um neue Pfeifen natürlich am liebsten gewesen“, erklärt Kirchenmusikdirektor Helmut Hoeft. „Mit dem Ergebnis der Hybrid-Lösung sind wir dennoch ausgesprochen zufrieden, schließlich geht es am Ende nicht um Purismus sondern um den bestmöglichen Orgelklang in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.“ Teufel-CEO Sascha Mallah ergänzt: „Unsere Boxen sind für den Kirchenbesucher nicht sichtbar und die Lösung klingt so überzeugend natürlich, dass man gar nicht auf die Idee kommt, dass hier elektronisch nachgeholfen wird.“

Im Rahmen des 14. Internationalen Orgelimprovisationsfestivals Berlin, vom 21. bis 24. Mai 2018 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche können sich Berliner und Berlin-Besucher mit den eigenen Ohren von der imposanten Performance der Orgel überzeugen. Selbstverständlich hört man den neuen Sound auch in jedem Gottesdienst und jeder Konzertveranstaltung.

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