Kopfschmuck
Sonus faber Pryma

Testbericht von Marius Donadello 15. Juni 2016 Fotos: Hersteller

Sonus faber Pryma: Kopfschmuck

Sonus faber weitete im vergangenen Jahr seine Schallwandler-Kompetenz auf Kopfhörer aus und schuf dafür die neue Eigenmarke Pryma: Das erste Resultat ist ein geschlossener Over-Ear in verführerischem Design, das in fünf Ausführungen erhältlich ist.

Die wechselbaren Kopfbügel haben eine Logo-Prägung

Im Grunde war es der nächste logische Schritt für Sonus faber, seine Entwicklungskompetenz auch im Kopfhörer-Segment einzusetzen, denn dieser Markt wächst bekanntlich weiterhin. Und wer genau weiß, wie man hervorragende Lautsprecher baut, hat auch dafür prinzipiell schon mal gute Karten. Andererseits sind zwar Lautsprecher und Kopfhörer Schallwandler mit Antrieben, Membranen und Gehäusen, aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Bei der Konzeption eines Kopfhörers sind ganz andere Anforderungen zu berücksichtigen als bei einem Lautsprecher: Die elektrische Ansteuerung erfolgt mit wesentlich schwächeren Signalen, der Schall wird unmittelbar vor den Ohren abgestrahlt und statt eines Hörraums ist die Anatomie von Ohrmuscheln und Kopf maßgeblich am gehörten Ergebnis beteiligt. Pryma auf die Beine zu stellen bedeutete also viel, viel Arbeit für Chefentwickler Paolo Tezzon, der ohnehin gut beschäftigt war.

Immerhin hat Sonus faber innerhalb der letzten vier Jahre jeweils mindestens ein neues Modell präsentiert, mit Chameleon und der vor vier Wochen auf der HIGH END gezeigten Principia sogar Serien, die jeweils Kompakt-Lautsprecher, Stand-Lautsprecher und Center umfassen. Wie bei Sonus faber üblich wurden diese von Grund auf neu entwickelt, das heißt, sie beinhalten selbstverständlich Technologien aus anderen Serien, die jeweils verwendeten Chassis, Bauteile und Gehäuse sind jedoch spezifisch für die jeweiligen Modelle entwickelt respektive ausgewählt. Im Falle der Pryma-Kopfhörer gab es natürlich ohnehin nur zwei Möglichkeiten: Entweder man hätte eine fertige OEM-Lösung zugekauft oder man beschreitet den von Sonus faber gewählten Weg, macht aus Pryma ein weiteres eigenständiges Projekt und folgt so dem Credo des Herstellers. Dementsprechend handelt es sich bei den Pryma-Kopfhörern nicht allein um Modeartikel, sie sind technisch sehr anspruchsvoll konzipiert und sollen das verkörpern, wofür Sonus faber steht: Produkte, die Ästhetik für alle Sinne bieten, bei denen Exklusivität keine Floskel ist.

Man durfte im Vorfeld angesichts einiger sehr guter, personalisierbarer und ansprechend gestalteter Kopfhörer gespannt sein, wie weitreichend es Sonus faber gelingt, mit Pryma ein Zeichen zu setzen. Aber der erste Augenkontakt mit dem Pryma lässt jedes diesbezügliche Bedenken schon beinahe etwas naiv erscheinen. Schließlich hat die Erfahrung ein ums andere mal gezeigt, dass Sonus faber es schafft, sich gestalterisch abzuheben und die eigene Designsprache schlüssig weiter zu entwickeln.

Die Kopfnote des Pryma-Designs besteht aus feinstem italienischen Echtleder, mit dem der Bügel bezogen ist, und in fünf Farbausführungen erhältlichen Dekoreinlagen mit widerstandsfähiger Hochglanz-Beschichtung, welche die Gehäuseabdeckungen zieren. Schalenrahmen aus gebürstetem Aluminium und Bügelaufnahmen aus poliertem Edelstahl unterstreichen die Wertigkeit bei näherer Betrachtung, Liebe zum Detail rundet wie immer das ausgezeichnete Design ab. Wer mag, kann hier noch einen Schuss Individualisierung ins Spiel bringen, denn die Kopfbügel sind separat erhältlich und wegen des modularen Aufbaus frei mit den Gehäusen kombinierbar.