Meister des Understatement
Meridian 251

Testbericht von Marius Donadello 16. April 2018 Fotos: Hersteller

Meridian 251
Meister des Understatement

Meridian bietet mit dem Powered Zone Controller 251 einen Verstärker mit integriertem D/A-Wandler, der sich in Multiroom-Netzwerke einbinden lässt und sich ebenso für klassische Stereo-Setups im Stand-Alone-Betrieb eignet. AV-Magazin hat sich den 251 genau angehört.

Meridian gehört zu den Pionieren digitaler Signalverarbeitung für Audio-Anwendungen und hat sich in der High-End-Szene vor allem mit der Entwicklung seiner Apodising-Filter sowie diverser ausgezeichnet beleumundeter D/A-Wandler einen hervorragenden Ruf erworben. Die auf Bob Stewart zurückgehende Entwicklung des MQA-Codec krönte vor drei Jahren eine Firmengeschichte, die von Anfang an durch Querdenken und Innovationsgeist geprägt war. Manches Mal war Meridian mit seinen Produktentwicklungen vielleicht seiner Zeit etwas zu weit voraus, denn der Ansatz, Technologien, die auf Informationstechnik basieren, für audiophile Zwecke einzusetzen, hat erst innerhalb der letzten Jahre breitere Akzeptanz erfahren. Den Weg dorthin ebnete 1989 das erste unter dem Markennamen Meridian angebotene Produkt: Der Aktiv-Lautsprecher M1, der gleichzeitig wahrscheinlich der weltweit erste aktive Schallwandler für HiFi-Zwecke war und damals mit diversen Eingängen, inklusive einer koaxialen S/PDIF-Buchse, wie von einem anderen Planeten stammend wirkte. Bereits zwei Jahre später stellten Allen Boothroyd und Bob Stewart mit dem D6000 ihren ersten Lautsprecher mit DSP-Frequenzweiche vor, den direkten Vorläufer späterer DSP-Lautsprecher-Serien.

Das innovative, durchaus eigenwillige Design der ersten Geräte wurde im Laufe der Jahre zu einer schlicht-eleganten, kompatiblen und nach wie vor eigenständigen Designsprache mit hohem Wiedererkennungswert weiterentwickelt. Auf den allerersten Blick wirkt der 251 dagegen unspektakulär, er kommt mit der Hälfte der üblichen HiFi-Komponentenbreite als »halbe Portion« daher und verzichtet auf schmückende Details. Die Frontblende seines matt schwarz eloxierten Aluminium-Chassis ist mit einem hellblau lackierten Streifen versehen, auf dem in Weiß neben der Modellbezeichnung die Beschriftungen für die Eingänge und Betriebszustände zu sehen sind, die von kleinen Leuchtdioden signalisiert werden. Funktionalität und gepflegtes Understatement stehen bei diesem Industrial Look im Vordergrund, der eine professionelle Anmutung hat, optisch jedoch mit einer Platzierung im HiFi-Rack verträglich bleibt. Das eröffnet die Möglichkeit, ihn sowohl in einer zweiten Hörzone als auch klassisch als Hauptkomponente einzusetzen.