Die Mausefalle
Audio Exklusiv Power Conditioner PCD 1

Testbericht von Marius Donadello 28. März 2017 Fotos: Hersteller

Audio Exklusiv Power Conditioner PCD 1
Die Mausefalle

Audio Exklusiv bietet mit dem neuen Powerconditioner PCD 1 jetzt auch eine Lösung zur Stromaufbereitung an. AV-Magazin hat getestet, ob der PCD 1 klanglichen Zugewinn ohne eine Kehrseite einbringen kann.

Dass guter Klang ganz vorne, an der Wandsteckdose anfängt, hat sich unter den meisten HiFi-Freunden inzwischen herumgesprochen. Genau genommen beginnt eine sinnvolle Einflussnahme auf die Stromzufuhr der Anlage allerdings bereits bei der Hauptleitung, indem von dort aus eine separat abgesicherte, hochwertige Leitung zur Wanddose für die Anlage geführt wird. Deren Sicherung sollte am besten, ebenso wenig wie die Wanddose, aus dem Elektrogeschäft oder Baumarkt um die Ecke stammen: Mehrere HiFi-Hersteller bieten mit hochwertigen Materialien ausgeführte Sicherungen und Wanddosen mit besseren Kontaktmechanismen an. Im Idealfall sind diese eindeutig hörbaren Maßnahmen einer guten Stromaufbereitung vorgeschaltet, eine solche kann sich aber auch ohne ein optimiertes Stromumfeld vorteilhaft auswirken, weil sie zwischen Zufuhr und Anlage hängt.

Was aber ist eine gute Stromaufbereitung? Daran scheiden sich wie so häufig die Geister; das betrifft sowohl prinzipiell unterschiedliche technische Vorgehensweisen seitens der Anbieter als auch unterschiedliche Klangerwartungen der Hörer. Zunächst einmal sollte man kurz den Begriff klären, denn manchmal wird unter Stromaufbereitung im weitesten Sinne auch ein Netzverteiler verstanden: Sofern dieser mechanisch hochwertig ausgeführt ist und vor allem eine clevere Masseführung aufweist, dient eine solche Leiste neben ihrer primären Funktion auch der Optimierung des Stromflusses zu den Komponenten und bewirkt erhebliche Klangunterschiede gegenüber einfacheren Modellen. Bei einer Stromaufbereitung im eigentlichen Sinne dagegen handelt es sich um ein mehr oder weniger in klassischer Komponentenform ausgeführtes Gerät, das eine Reinigung des Stroms vornimmt. Abgesehen von den ganz großen Brocken, welche die Sinusspannung neu generieren, geschieht dies meist über eine oder mehrere Filterstufen, die Gleichspannungsanteile und hochfrequente Interferenzen ausfiltern.

Während den de facto als Puffer wirkenden großen Lösungen zuweilen nachgesagt wird, sehr hohe Stromanforderungen innerhalb extrem kurzer Zeitintervalle nicht bereit stellen zu können, haben auch klassische Filter unter Umständen ihre Tücken: Auch sie können den Stromfluss bremsen. Daher ist mancher optimierungswillige Musikhörer nach einigen Erfahrungen zur puren Variante, lediglich mit einem hochwertigen Verteiler, zurückgekehrt. Mangelnde Dynamik, anfangs häufig als ein homogeneres, weniger nervöses Klangbild wahrgenommen, ist das hörbare Resultat einer, zumindest im Einzelfall, nicht passenden Filterung. So kann ein Stromaufbereiter, der klassische Filterdesigns enthält, beispielsweise im Zusammenspiel mit einer Quelle ausgezeichnet funktionieren, aber einer Endstufe vorgeschaltet weniger überzeugen.