Im Sinne des Erfinders
T+A DAC 8 DSD

Testbericht von Marius Donadello 19. April 2017 Fotos: Hersteller

T+A DAC 8 DSD
Im Sinne des Erfinders

T+A überarbeitete den DAC 8 speziell für die Wandlung von DSD-Datenströmen und ist die Sache ganz genau angegangen. AV-Magazin hat geprüft, ob sich der Aufwand für den neuen Konverter DAC 8 DSD gelohnt hat.

Es war einmal vor langer Zeit, da trat die SACD als neuer Hoffnungsträger an: Sie sollte Audiophilen den ersehnten Wohlklang bringen, den einst schon die CD versprach. Mittlerweile haben wir gelernt, dass besonders in der Compact Disc doch sehr, sehr viel mehr Potenzial steckt, als viele ihr in den Neunzigern nachsagten. Dennoch hat sie ihre systembedingten Limitierungen: Zum einen die maximale Wortbreite von 16 Bit und zum anderen eine niedrige Abtastrate. Letztere führt auch dazu, dass wegen der erforderlichen Antialiasing-Filter Ringing-Effekte im hörbaren Spektrum auftreten. Die SACD dagegen beschränkt sich auf eine Wortbreite von einem Bit und macht dies mit einer Abtastrate von 2.822,4 MHz wett. Grundsätzlich unterscheiden sich die auf beiden Scheiben codierten Datenströme dadurch, dass die CD auf der Pulse-Code-Modulation basiert während die Super-Audio-CD das so genannte Direct-Stream-Digital-Verfahren nutzt. In der Tat erfüllte die SACD die Erwartungen vieler qualitätsbewusster Musikhörer; mit einem weniger angestrengt wirkenden, wärmeren und feiner aufgelösten Klangbild. Doch bekanntlich konnte sich die SACD auf dem breiten Markt nicht so recht durchsetzen - es hätte ja auch verwundert, wenn eine viel versprechende Lösung außerhalb kleinerer Zirkel den verdienten Erfolg gehabt hätte.

Dennoch ist DSD inzwischen wieder in aller Munde, denn was die Scheibe begonnen hat, können hochaufgelöste Files weiterführen: DSD-Produktionen konkurrieren mit den aktuellen PCM-basierten Datenstrom-Formaten, die sich - obgleich solche Produktionen noch nicht in allzu großer Anzahl verfügbar sind - bis zu Auflösungen von 24 Bit / 384 kHz aufgeschwungen haben. Und dann gibt es ja noch DXD, dass mit 24 Bit / 352,8 kHz gut im Rennen liegt: Das Format wurde ursprünglich zur digitalen Bearbeitung von DSD-Produktionen entwickelt und basiert auf PCM-Datenströmen. Parallel zu dieser Aufrüstung des PCM-Lagers wurde das DSD-Verfahren ebenfalls durch höhere Abtastraten aufgewertet, schließlich unterliegen Musikfiles keiner prinzipbedingten Beschränkung der Datenmenge. Daher müssen D/A-Wandler ab einer bestimmten Preisklasse neben dem PCM-High-Resolution-Futter natürlich auch die SACD-Vielfachen DSD128, DSD256 und am besten auch DSD512 beherrschen, denn Zukunftssicherheit ist in diesem Zusammenhang ein berechtigtes Stichwort. Außerdem spielt es für wahre Klangenthusiasten eigentlich keine Rolle, wie viele Produktionen in dieser Güte vorliegen, wenn sie an sich erhältlich sind.