Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen - in der Praxis entscheidet natürlich die genaue Ausgestaltung einer Idee und der richtige Zeitpunkt der Umsetzung darüber, ob sich dieser gleichsam banal wirkende wie kluge Grundsatz erfolgreich realisieren lässt. Als noch vor drei oder vier Jahren kaum ein Hersteller, insbesondere hierzulande, ernsthaft einen Gedanken daran verschwendete, hochwertige Streaming Clients anzubieten, sah man bei T+A bereits die HiFi-Zukunft in Form der Kombination von computergestützter Bequemlichkeit und audiophilem Anspruch klar vor Augen. Wie sich nun zeigt, war die damalige Einschätzung richtig, denn heute hat diese Zukunft längst angefangen. Dazu hat das Engagement von Herstellern wie T+A maßgeblich beigetragen, weil die Attraktion in einem Paket von Bedienbarkeit, klanglichem Nutzen und Komfort besteht; ein solcher Mehrwert versetzt auf Dauer dann auch die Berge von Vorbehalten nicht Computer-affiner Kundschaft.
Nach eigener Aussage erwirtschaftet T+A inzwischen den größten Anteil des Umsatzes mit Produkten, die es vor zwei Jahren gar nicht im Portfolio gab - einen deutlicheren Beweis dafür, dass klassische HiFi-Klientel nur auf qualitativ ernst zu nehmende Produkte für Netzwerkaudio gewartet hatte, kann es wohl kaum geben. Schließlich soll es nicht darum gehen, eigene Ansprüche an die Wiedergabequalität zu Gunsten des Komforts und aufgrund des Marktdrucks zunächst unbemerkt selbst zu relativieren, wie einst, als die CD frisch war und plakative pro-digitale Parolen eine neue Ära des Wohlklangs suggerierten. Dem Qualitätsgedanken entsprechend unterscheidet sich der neue MP 1260 R von seinem Vorgänger nicht nur durch einige funktionale Erweiterungen, sondern enthält auch klangrelevante Verbesserungen.