Die große Kluft
Technics SL-1200GR

Testbericht von Marius Donadello 7. August 2017 Fotos: Hersteller

Technics SL-1200GR

Plattenspieler

Direktantrieb

S-förmiger Tonarm

kardanische Aufhängung

elektronische Drehzahlumschaltung

stufenlos regelbare Drehzahl

austauschbare Headshell

Technics SL-1200GR
Die große Kluft

Technics hat die Technologien des SL-1200GAE und des SL-1200G für eine dritte, preisgünstigere Neuauflage einer Legende adaptiert. Kann der SL-1200GR anspruchsvolle Hörer überzeugen?

Eigentlich ist die Sensation bereits ein alter Hut: Technics baut seit fast drei Jahren wieder Plattenspieler. Aber die jüngste Erweiterung des analogen Portfolios ist taufrisch und verursacht vielleicht die bisher größte Aufregung, denn der SL-1200GR wird mit einem Preis von 1.500 Euro entschieden günstiger angeboten als die übrigen Dreher aus der neuen Ära. Und das ist - vorbehaltlich, ob er sich als ähnlich begehrenswert erweist - genau das Signal, auf das ganz viele Vinylisten und Fans der Marke gehofft hatten. Immerhin waren die rund 3.800 Euro Verkaufspreis für den limitierten SL-1200GAE eine beachtliche Hürde, die viele Begierige nicht nehmen konnten. Die analoge Fangemeinde indes saugt gegenwärtig neue Modelle namhafter Hersteller auf wie ein trockener Schwamm das Wasser und Technics genießt bei diesem Boom einen Extraschub, schließlich ist die HiFi-Marke von Panasonic auch in der Welt der schwarzen Scheiben nicht gerade irgendwer. Ganz im Gegenteil - das muss auf die Gefahr hin, dass die meisten es ohnehin wissen, einfach erneut gewürdigt werden - denn Technics hat mit seinen früheren SL-1200ern einen Teil der Schallplattenkultur geprägt, ja sogar zu ihrem Wachstum beigetragen und Stile inspiriert.

Aber wie konnte es dazu kommen? Technics kam einfach mit der richtigen Idee zur richtigen Zeit: Einem Direktantrieb. Dabei war diese Innovation gar nicht dazu gedacht, all das zu ermöglichen, was Discjockeys rund um die Welt damit machten: Scratchen, Geschwindigkeiten schnell verändern, den Teller rasant stoppen und beschleunigen. Diese Möglichkeiten führten zu neuen Weisen des Mixens, sie waren tatsächlich nicht weniger als der Grundstein für die spätere DJ-Kultur im Bereich der elektronischen Musik. Die Ingenieure bei Technics hatten indes nur nach einem Weg gesucht, konstantere Drehzahlen zu ermöglichen und Motorvibrationen zu minimieren. Obgleich wohl irgendjemand schon die Idee im Kopf hatte, das starke Drehmoment des Direktantriebs kreativ zu nutzen, denn eine stufenlose Regelungsmöglichkeit für Abweichungen von der Solldrehzahl, eine so genannte Pitch Control, hatten bereits die ältesten SL-1200-Modelle an Bord. Das gilt auch für den neuen SL-1200GR, der auch ansonsten optisch ganz der Tradition folgt. Allerdings hat Technics mit den beiden aktuellen Modellen mehr denn je die HiFi-Kundschaft im Blick, und das nicht allein weil Laptops inzwischen in Clubs und auf Festivals die Turntables so gut wie vollständig verdrängt haben.

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