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Canton GLE 30 S2 im Test:
Aufstellung & Hörtest

Die ovalen Textilabdeckungen halten magnetisch an der Schallwand (Bild: Canton)

Diese schwarzen Membrane sehen zusammen mit der Gehäuseausführung »Schwarz seidenmatt« wirklich todschick aus, bei den Weiß seidenmatt ausgeführten Boxen schaffen sie dagegen einen markanten Kontrast. Außerdem ist der GLE 30 S2 in einem Nussbaumdekor erhältlich, mit dem die schwarzen Chassis ebenfalls eine reizvolle Kombination bilden. Während in dieser Preisklasse das Angebot dreier Gehäuseausführungen bereits alles andere als selbstverständlich ist, legt Canton auch schwarze Textilabdeckungen bei, die magnetisch an der Schallwand gehalten werden und mit ihrer ovalen Form einen Akzent setzen. Mit Blick auf den Designfaktor und eine nahtlose Integration in unterschiedliche Einrichtungsstile dürfte es also keine Probleme geben, und für die akustische Einbindung in den Raum gilt das Gleiche. Bei einer Platzierung auf dem Sideboard oder ähnlichen Möbeln genügt trotz der rückseitigen Bassreflex-Öffnung ein Abstand von etwa 25 Zentimetern zur Rückwand, um eine tonal ausgewogene Wiedergabe zu erreichen.

Die GLE 30 S2 lässt sich nicht lang bitten

Trotz der rückseitigen Bassreflex-Öffnung kann der GLE 30 S2 auch wandnah aufgestellt werden (Bild: Canton)

Im Gegenzug dürfen die GLE 30 S2 ruhig etwa einen halben Meter Distanz zur Rückwand haben, entscheidend für die optimale Position sind hierbei eher die Faktoren Raumgröße und Raumgeometrie als ein exaktes Maß. Das gilt insbesondere auch für Seitenabstände und Einwinkelung, da die GLE 30 S2, ebenso wie die anderen Modelle der Serie, dahin gehend konzipiert wurden, kein akribisches Experimentieren bei der Aufstellung zu verlangen. Wie immer empfiehlt sich all jenen, die das Klangpotenzial ausreizen möchten, ein leichtes Eindrehen auf den Hörplatz und eine symmetrische Platzierung im Sinne des Stereo-Dreiecks. Unumgänglich ist allerdings, dass sich die Lautsprecher zumindest ungefähr auf Höhe der Ohren befinden, wenn man sitzt - idealerweise liegt die Ohrhöhe genau zwischen Hoch- und Mitteltöner. Viele moderne Möbel ermöglichen dies nicht, spätestens dann sind Stative eine Überlegung wert. Aus dem Zubehörkatalog von Canton empfehlen sich die LS 300, die in Schwarz und Weiß zum Paarpreis von 218 Euro erhältlich sind.

Mit seinem gradlinigen Design und ausgezeichneter Verarbeitung fügt sich der GLE 30 S2 nahtlos in moderne Wohnräume ein (Bild: Canton)

Hörtest

Den Anfang der Hörsessions macht die italienische Techno-Produzentin Deborah De Luca, deren Schaffen sich immer wieder innerhalb des Genres hervorhebt. Ihre flammneue Single »Ecstasy Is« ist ganz im typischen Sounddesign gehalten, dunkle, sehr tiefe Bassläufe und ein mächtiger, wummernder Beat charakterisieren hier die Eskapaden in unteren Oktaven. Für gewöhnlich ist derlei Kost nicht unbedingt die Domäne von Kompaktboxen, doch der GLE 30 S2 zeigt in meinem Raum sofort, dass man seine Geländegängigkeit keinesfalls unterschätzen sollte: Er steigt bei den Basssequenzen tief in den Keller herab und zeichnet sie straff konturiert durch, zugleich federt der voluminöse Beat punktgenau im schnellen Rhythmus. Der GLE 30 S2 liefert hierbei ein Paradebeispiel dafür, dass es immer auf das Zusammenspiel von Lautsprecher und Raum ankommt und kompakte Boxen sehr wohl durchsetzungsfähig sein können, ohne dies mit Überhöhungen im Oberbass vorzugaukeln. Der grandiose Track »Amalthea« von The Reason Y, im Remix von Kevin de Vries, legt vollends offen, mit welcher Präzision der GLE 30 S2 im Bassbereich ans Werk geht: Die kleine Canton-Box lässt den runden, mächtigen Beat locker hüpfen und setzt jeden rhythmischen Kontrapunkt akkurat. Gleichzeitig spannen über den tiefschwarzen Bassläufen schwebende Soundeffekte ein weitläufiges Panorama auf, das sich über die gesamte Raumbreite erstreckt.

Transpartent und fokussiert

Ólafur Arnalds hat zehn musikalische Wegbegleiter eingeladen, Neuinterpretationen für Klavier der Titel seines Albums »Some Kind Of Peace« zu spielen. »Some Kind Of Peace - Piano Reworks« ist ein absolut hörenswertes Werk, das der GLE 30 S2 berührend in Szene setzen kann

Die akustische Instrumentierung und die saubere, schnörkellose Produktion des aktuellen Albums »6.0« von Ina Müller eignet sich bestens, um die Tonalität des GLE 30 S2 weiter zu erkunden. Schlagzeug und Bassgitarre liefern bei »Mixkassettentage« zunächst erneut einen Beleg dafür, dass diese kompakte Box substanziell spielen kann. Während die großformatig angelegte Bühne mühelos durchhörbar wird, gibt die Bassdrum mit solidem Fundament den Takt an. Die Bassgitarre klingt trocken und auch die raue Gesangstimme von Ina Müller lässt den Funken bei diesem augenzwinkernd nostalgischen Titel sofort überspringen. Bei der Ballade »Gerade so, dass es reicht« verdeutlicht der GLE 30 S2, dass er zu einer völlig authentischen Stimmwiedergabe in der Lage ist, bei der unterschiedliche Tonhöhen als ein bruchloses Ganzes intakt bleiben, verhält sich geradezu wie ein Monitor, wenn Ina Müller besonders nah am Mikrofon singt und in ihrer Intonation zartere Töne anschlägt. Der GLE 30 S2 bringt mit seiner transparenten Spielweise vokale Nuancen zu Gehör und kann die Gesangstimme richtig proportioniert sowie scharf fokussiert darbieten. Diese Fähigkeit ist freilich eher eine klassische Domäne von Kompaktboxen, doch auf diesem Niveau vollbringt das manch deutlich teurerer Vertreter der Gattung nicht - Kompliment.

Der isländische Multiinstrumentalist und Komponist Ólafur Arnalds hat zehn musikalische Wegbegleiter eingeladen, Neuinterpretationen für Klavier der Titel seines fünften Studioalbums »Some Kind Of Peace« zu spielen. Zu ihnen zählt auch die ebenfalls in Island beheimatete Künstlerin Eydís Evensen, die ein Jahr vor dem Erscheinen von »Some Kind Of Peace - Piano Reworks« im Jahr 2022 ihre Karriere mit eigenen Kompositionen begonnen hatte. Sie spielt »Loom - Piano Reworks«, das erste dieser zehn hörenswerten, eigenständigen Stücke, die etwas völlig Neues darstellen. Nach wenigen Takten stellt sich ein Gefühl von Vertrautheit ein, die hingebungsvolle Spielweise von Eydís Evensen ist unverkennbar, während sie mit ihrer Vorliebe für melodische Kontrapunkte und Pausen den Rahmen einer Neuinterpretation ausreizt; man könnte meinen, sie spielt eine ihrer Kompositionen. Es scheint eine besondere künstlerische Nähe zwischen Eydís Evensen und Ólafur Arnalds zu geben, womöglich dadurch bedingt, dass sich beide immer wieder auf die raue Natur Islands beziehen. Fest steht indes, dass der GLE 30 S2 die ganze atmosphärische Tiefe dieses Werks zur Geltung bringt und so überhaupt die Möglichkeit solcher Assoziationen eröffnet. Er folgt dem melodischen Fluss voller Leichtigkeit, lässt Violine und Bratsche in hinreißenden Farben erstrahlen. Die Konturen des Flügels werden scharf umrissen, und der GLE 30 S2 wächst über seine Physis hinaus, wenn er den Instrumentenkörper resonieren lässt und eine wahre Klangfarbenpracht entfaltet - eine ausgesprochen souveräne Vorstellung.

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Klang
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