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Canton Smart Soundbar 10 S2, Smart Libero und Smart Sub 10 im Test:
Einrichtung und erster Eindruck

Schon ohne Subwoofer entsteht ein deutlich erwachsenerer Heimkino-Eindruck als mit den integrierten Lautsprechern eines Fernsehers (Bild: Canton)

Im besten Fall steht bereits ein moderner Fernseher im Wohnzimmer, an dem Quellen wie Apple TV, Fire TV, Spielkonsole oder Blu-ray-Player angeschlossen sind. Dann ist die Inbetriebnahme der Smart Soundbar 10 S2 in wenigen Minuten erledigt. Die Soundbar wird mittig unter dem Fernseher platziert, wahlweise liegend auf einem Möbel oder hängend an der Wand. Anschließend wird sie über ein HDMI-Kabel mit dem eARC-fähigen HDMI-Anschluss des Fernsehers verbunden und mit Strom versorgt. Damit kann das Hörvergnügen prinzipiell bereits beginnen. Ein paar Einstellungen lohnen sich dennoch. Über das On-Screen-Menü lassen sich im Bereich Lautsprechereinstellung der Abstand der Soundbar zum Hörplatz, die Raumhöhe und die Gerätehöhe über dem Boden anpassen. Diese Werte helfen der Signalverarbeitung dabei, die räumliche Wiedergabe besser auf den jeweiligen Wohnraum abzustimmen. Das Menü bietet auch eine Lipsync-Einstellung, falls Bild und Ton einmal nicht synchron laufen. Das klingt zunächst nach klassischer Heimkino-Arbeit, ist in der Praxis aber in wenigen Minuten erledigt und deutlich weniger aufwendig als die Einrichtung eines konventionellen Mehrkanal-Systems.

Schon als Solo-Lösung macht die Smart Soundbar 10 S2 anschließend sehr deutlich, warum gute TV-Lautsprecher nur selten wirklich genügen. Der Unterschied zum reinen Fernsehton ist nicht weniger als beeindruckend. Zum Zeitpunkt des Tests standen bei mir ohnehin gerade die Marvel-Filme in chronologischer Reihenfolge auf dem Programm, und der Zeitpunkt hätte kaum besser passen können. Ob es um den Rock-Soundtrack in der Iron Man-Reihe, die (wenigen) Dialogszenen oder viele große Actionsequenzen geht: Mit der Canton-Soundbar gewinnen diese Filme erheblich an Größe, Energie und Atmosphäre. Dabei geht es nicht nur um mehr Lautstärke. Die Smart Soundbar 10 S2 verleiht dem Geschehen mehr Räumlichkeit, stellt Dialoge klarer in die Bildmitte und öffnet den Klang deutlich über die Breite des Fernsehers hinaus. Effekte wirken präsenter, Musik bekommt mehr Druck und der gesamte Filmton erscheint wesentlich raumfüllender. Schon ohne Subwoofer und Rear-Lautsprecher entsteht so ein deutlich erwachsenerer Heimkino-Eindruck als mit den integrierten Lautsprechern eines Fernsehers. Das macht Lust auf mehr.

Ist genügend Platz im Wohnraum, passen Subwoofer (hier im Bilder der Smart Sub 8) perfekt zur Soundbar

Die Subwoofer-Erweiterung

Der 10" Tieftöner sorgt im Smart Sub 10 für ordentlichen Tiefgang (Bild: Canton)

Der nächste logische Schritt ist der Smart Sub 10. Dessen flache Bauform ist im Alltag ein echter Vorteil, denn der Subwoofer lässt sich unauffällig platzieren und passt je nach Sofa sogar darunter. Für den Betrieb benötigt er lediglich eine Steckdose, die über das rund zwei Meter lange Netzkabel allerdings nicht zu weit entfernt sein sollte. Nach dem Einschalten wird der Smart Sub 10 im Menüpunkt „Funkeinstellung“ mit der Soundbar gekoppelt. In unserem Fall gelang das direkt beim ersten Versuch. Auch hier lohnt es sich, den Abstand zum Hörplatz einzugeben.

Klanglich macht der Subwoofer dann sofort deutlich, warum Canton das System modular aufgebaut hat. Was mit der Smart Soundbar 10 S2 allein bereits beeindruckend wirkt, gewinnt nun spürbar an Fundament und Tieftonenergie. Explosionen, Einschläge und groß angelegte Actionszenen bekommen mehr Gewicht, Filmmusik steht satter im Raum und das gesamte Klangbild wirkt souveräner. Besonders angenehm ist dabei, dass der Subwoofer nicht einfach nur mehr Bass ergänzt, sondern die Soundbar im Tieftonbereich entlastet und etwas sauberer spielen lässt. Über die Lautsprecher-Einstellungen lässt sich der Pegel des Subwoofers bei Bedarf anpassen. Wir haben ihn für den Test leicht angehoben, was gerade bei actiongeladenen Filmszenen für zusätzlichen Nachdruck sorgt. Dann bleibt es nicht nur beim hörbaren Tiefbass, sondern einzelne Effekte werden auch körperlich spürbar. Das passt hervorragend zum Heimkino-Anspruch des Systems, denn mit dem Smart Sub 10 bietet das System Filmvergnügen mit echtem Druck.

Der flache Smart Sub 10 lässt sich unauffällig platzieren und passt je nach Sofa sogar darunter (Bild: Canton)

Surround-Erweiterung mit den Smart Libero

Im letzten Ausbauschritt folgen die beiden Smart Libero auf den Rear-Kanälen. Damit macht das Canton-Set den entscheidenden Schritt ins echte Surround-Universum. Auch hier zeigt sich, dass Canton praxisnah gedacht hat. Während beim Auspacken noch kurz die Frage aufkam, wo wohl die nächste Verlängerung liegt, erwiesen sich die mitgelieferten Netzkabel mit rund drei Metern Länge in unserem Testaufbau als ausreichend. Die Libero benötigen also jeweils nur eine Steckdose in der Nähe, das Signal kommt über Bluetooth. Die Kopplung läuft genauso reibungslos wie beim Smart Sub 10. Im Menü der Soundbar werden die beiden Lautsprecher als Surround links und Surround rechts zugewiesen, anschließend sind sie fest in das System eingebunden. Besonders sinnvoll ist es, auch hier den Abstand der Lautsprecher zum zentralen Hörplatz einzustellen und den Pegel bei Bedarf anzupassen. So lassen sich die Effekte sauber integrieren, ohne dass sie dominant von hinten auf sich aufmerksam machen oder im Filmgeschehen untergehen. Genau diese kurze Feinabstimmung sorgt dafür, dass aus einzelnen Komponenten ein geschlossenes Klangbild wird.

Die Canton Smart Soundbar 10 S2 zeigt eindrucksvoll, wie einfach moderner Heimkino-Klang heute sein kann. Schon allein betrieben ist sie eine deutliche Aufwertung für jeden Fernseher (Bild: Canton)

Klanglich legt das Set mit den Smart Libero noch einmal deutlich zu, denn die räumlichen Effekte werden nun tatsächlich real im Hörraum platziert. Was die Smart Soundbar 10 S2 solo bereits überzeugend virtuell andeutet, bekommt mit den rückwärtigen Lautsprechern eine physische Dimension. Das fällt im direkten Vergleich sofort auf: Atmosphäre, Bewegung und Effekte lösen sich nicht nur breiter von der Soundbar, sondern umschließen den Hörplatz wesentlich glaubwürdiger. Sehr schön zeigt sich das in „Captain America: The Winter Soldier“, wenn gegen Ende die Helicarrier über Washington aufeinandertreffen. Mit der Soundbar allein wirkt die Szene bereits groß und druckvoll, mit Smart Sub 10 bekommt sie das passende Tieftonfundament. Erst die Smart Libero ziehen den Raum jedoch vollständig auf: Alarmtöne, Trümmer, Schüsse und metallische Einschläge verteilen sich nun deutlich nachvollziehbarer um den Hörplatz. Das Geschehen bleibt vorne auf dem Bildschirm verankert, gewinnt aber nach hinten die räumliche Tiefe, die aus gutem TV-Klang echtes Heimkino macht und den Zuschauer komplett in das Geschehen zieht.

Nach diesem Schritt gibt es ehrlich gesagt kaum ein Zurück zur Soundbar allein. Nicht weil diese solo enttäuschen würde, sondern weil die Libero zeigen, wie viel mehr räumliche Information noch herauszuholen sind. Einmal mit physischen Rear-Kanälen gehört, wirkt die virtuelle Surround-Darstellung der Soundbar zwar weiterhin beeindruckend, aber naturgemäß weniger vollständig. Genau hier erfüllt das Canton-System sein Versprechen: Surround wird nicht kompliziert, sondern Schritt für Schritt erlebbar.

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