Canton Smart Soundbar 10 S2, Smart Libero und Smart Sub 10 im Test:Smart Soundbar 10 S2: Die Schaltzentrale
Das Herzstück des Canton-Sets ist die Smart Soundbar 10 S2. Hier laufen sämtliche Fäden des Systems zusammen. Die Soundbar übernimmt die Wiedergabe des TV-Tons, verarbeitet die relevanten Heimkino-Formate, stellt die Verbindung zu kabellosen Erweiterungen her und dient zugleich als Streaming-Zentrale für Musik. Wichtig ist: Die Smart Soundbar 10 S2 ist nicht auf Subwoofer oder Surround-Lautsprecher angewiesen. Sie kann auch allein betrieben werden und ist damit zunächst eine vollständige Lösung für alle, die den Klang ihres Fernsehers auf einfache Weise deutlich aufwerten möchten.
Die aktuelle Smart Soundbar 10 S2 bringt moderne Anschluss- und Streaming-Funktionen mit. Dazu gehören vier HDMI-Anschlüsse inklusive eARC für Dolby Atmos und DTS-HD, außerdem AirPlay 2, Chromecast built-in und Spotify Connect. Damit lässt sich die Soundbar unkompliziert in ein modernes Wohnzimmer integrieren, in dem Fernseher, Streaming-Dienste, Spielkonsole oder Blu-ray-Player gleichermaßen eine Rolle spielen. Besonders wichtig ist die HDMI-eARC-Schnittstelle. eARC steht für „enhanced Audio Return Channel“ und beschreibt vereinfacht gesagt den erweiterten Ton-Rückkanal zwischen Fernseher und Soundbar. Über diese Verbindung kann der TV hochwertige Audiosignale an die Soundbar weitergeben, darunter auch objektbasierte Tonformate wie Dolby Atmos. In der Praxis genügt so ein HDMI-Kabel zwischen Fernseher und Soundbar, um den TV-Ton komfortabel und in hoher Qualität wiederzugeben.
Auch bei der kabellosen Musikwiedergabe zeigt sich die Smart Soundbar 10 S2 vielseitig: Apple AirPlay 2 erlaubt das direkte Zuspielen von Musik aus dem Apple-Universum, während Chromecast built-in eine vergleichbare Brücke für viele Apps und Android-Geräte schlägt. Spotify Connect wiederum steuert die Wiedergabe direkt aus der Spotify-App heraus. Die Soundbar ist damit nicht nur für Filmabende zuständig, sondern übernimmt auf Wunsch auch die Rolle eines kompakten Musiksystems im Wohnzimmer.

- Die Anschlussmöglichkeiten der Smart Soundbar 10 S2 reichen für normale Ansprüche völlig aus (Bild: Canton)
Optik und Haptik

- Direkt am Gerät stehen die wichtigsten Funktionen über Sensortasten auf der Oberseite zur Verfügung (Bild: Canton)
Auch äußerlich folgt die Smart Soundbar 10 S2 dem Anspruch, Klang möglichst unauffällig in den Wohnraum zu integrieren. Mit ihrer flachen Bauform passt sie problemlos vor viele Fernseher und fügt sich optisch dezent unter dem Bildschirm ein. Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet und angenehm zurückhaltend, sodass die Soundbar nicht als technischer Fremdkörper im Wohnzimmer steht. Die Bedienung gelingt klassisch und modern zugleich: Direkt am Gerät stehen die wichtigsten Funktionen über Sensortasten auf der Oberseite zur Verfügung, im Alltag dürfte jedoch meist die Fernbedienung, die Steuerung über den Fernseher oder die Canton-App genutzt werden. Praktisch ist dabei, dass die Soundbar nicht als kompliziertes Heimkino-Gerät auftritt, sondern sich im besten Fall wie eine natürliche Erweiterung des TV-Geräts verhält: Fernseher einschalten, Inhalt starten, Ton genießen.
Wer nicht viel einstellen möchte, muss das auch nicht tun. Der Reiz der anwenderfreundlichen Canton-Lösung liegt nicht nur darin, auf Lautsprecherkabel zu verzichten. Entscheidend ist, dass sich das Set im Alltag nicht nach Technikprojekt anfühlt, sondern nach einer komfortablen Klanglösung für Film, Serie, Sport und Musik. Das gilt natürlich auch für die Erweiterungen Smart Sub 10 und Smart Libero: Beide passen mit ihrer guten Verarbeitungsqualität, dem zurückhaltenden aber modern design und der sehr einfachen Handhabung perfekt zum Mutterschiff Smart Soundbar 10 S2.
Virtuell, real und erweiterbar

- Werden zwei Smart Libero als Surround-Lautsprecher gekoppelt, bleiben die rückwärtigen Kanäle nicht länger eine reine Simulation (Bild: Canton)
Spannend wird die Smart Soundbar 10 S2 nicht nur durch ihre Anschlussvielfalt, sondern vor allem durch die Art, wie sie mit Raumklang umgeht. Denn bereits im Solo-Betrieb arbeitet sie nicht einfach als breiter Stereo-Lautsprecher unter dem Fernseher. Canton nutzt die vielen integrierten Chassis und die digitale Signalverarbeitung, um aus Mehrkanal- und sogar Stereo-Tonformaten eine möglichst räumliche Wiedergabe zu erzeugen. Front links und Front rechts werden direkt von der Soundbar wiedergegeben, während der Center-Kanal für Dialoge virtuell in der Bildmitte aufgebaut wird.
Auch seitliche beziehungsweise rückwärtigen Surround-Anteile stellt die Soundbar ohne zusätzliche Lautsprecher virtuell dar. Das ist wichtig, denn so bietet die Smart Soundbar 10 S2 bereits allein eine vollständige TV- und Filmtonlösung, die deutlich über klassische Stereo-Wiedergabe hinausgeht. Canton weist in der Anleitung ausdrücklich darauf hin, dass virtuell gekennzeichnete Lautsprecher physisch nicht vorhanden sind, der jeweilige Kanal also von den vorhandenen Chassis erzeugt wird. Genau hier zeigt sich ein technischer Kniff moderner Soundbars: Sie erzeugen aus einem kompakten Gehäuse eine Klangbühne, die deutlich größer wird, als das Gerät selbst vermuten lässt. Bei Dolby-Atmos-Signalen kommen zusätzlich besonders die nach oben abstrahlenden Kanäle der Soundbar ins Spiel. Über Einstellungen für Raumhöhe, Gerätehöhe und Hörabstand lässt sich die Wiedergabe an die Gegebenheiten im Raum anpassen. Das Ziel ist klar: Höheninformationen sollen über Deckenreflexionen so abgebildet werden, dass sich Effekte nicht nur nach links und rechts, sondern auch nach oben vom Gerät lösen. Natürlich ersetzt das keine aufwendig installierten Deckenlautsprecher, doch es erweitert die Darstellung deutlich und macht objektbasierten Filmton auch ohne baulichen Aufwand nutzbar und für viele Gelegenheitscineasten, zu denen ich mich auch zählen würde, ziemlich ausreichend im Alltag.
Der eigentliche Clou des Canton-Systems liegt jedoch natürlich in der angesprochenen Erweiterbarkeit. Werden zwei Smart Libero als Surround-Lautsprecher gekoppelt, bleiben die rückwärtigen Kanäle nicht länger eine reine Simulation. Stattdessen gibt die Soundbar die Surround-Kanäle eines Mehrkanalsignals über die verbundenen Lautsprecher wieder. Die räumliche Information wandert damit aus der virtuellen Ebene in den Hörraum. Effekte, Umgebungsgeräusche und Atmosphäre kommen nicht mehr nur aus der vorderen Soundbar, sondern tatsächlich aus dem Raum. Zusätzlich lassen sich noch zwei Frontlautsprecher sowie zwei Höhenlautsprecher koppeln. Insgesamt können an die Soundbar somit sechs dedizierte Lautsprecher und ein Subwoofer angebunden werden. Denn die Smart Soundbar 10 S2 besitzt zwar eigene Bassfähigkeiten, kann den energieintensiven Tieftonbereich bei verbundenem Smart Sub 10 jedoch an den Subwoofer übergeben. Dadurch wird die Soundbar entlastet, während der Subwoofer für mehr Fundament, Druck und Tiefgang sorgt. Besonders smart daran ist, dass der Smart Sub 10 so flach gebaut ist, dass er je nach Wohnsituation unauffällig platziert werden kann, beispielsweise unter oder neben dem Sofa. Damit verfolgt Canton auch hier einen sehr praxisnahen Ansatz.

- Ein Subwoofer verleiht der Smart Soundbar 10 S2 spürbaren Druck in den unteren Frequenzlagen (Bild: CVanton)

