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Hisense XR10 4K-Beamer im Test:
Messungen und Bildeindrücke

Der HDTV-Farbraum Rec.709 wird bereits in der Werkseinstellung mit 100 Prozent abgebildet. Primär- und Sekundärfarben treffen ihre Vorgaben punktgenau (Messung: AV-Magazin)

Die Maximalhelligkeit wird von unserem Testgerät nicht im „Dynamic“-Modus erzielt, wie bei Hisense bislang üblich, sondern in Kombination von „Kino Hell“ mit „Helligkeitsverbesserung: Ultra“. Hier diagnostizieren wir punktgenau die beworbenen 6.000 Lumen. Erwartungsgemäß sind die Farben zu kühl.

Für die Kalibrierung entscheiden wir uns daher, „Kino Hell“ ohne die „Helligkeitsverbesserung“ zu verwenden. Auf diese Weise erzielen wir 4830 Lumen. Das reicht aus, um Bildbreiten bis 6,30 Meter (SDR) mit 20 Footlambert zu beleuchten, respektive 5 Meter für HDR, für das wir 32 Footlambert ansetzen. Der statische Kontrast beträgt 1500:1 (On/Off). Dynamisch lässt sich dieser Wert auf bis zu 37.200:1 (On/Off) steigern. Der ANSI-Kontrast beträgt sehr gute 486:1. Der Schwarzwert beträgt nativ mäßige 3,2 Lumen und kann dynamisch auf bis zu 0,12 Lumen verbessert werden. Der Farbraum Rec.709 wird 100 Prozent abgedeckt, Rec.2020 mit 98 Prozent. Das dynamische Tone-Mapping für HDR stellt alle Signale von 0 – 10.000 Nits dar, die im Quellmaterial vorhanden sind.

Der große HDR-Farbraum Rec.2020 wird mit 98 Prozent abgedeckt. Das sorgt für beeindruckende Farben in HDR-Filmen (Messung: AV-Magazin)
Das Gamma 2,4 im „Filmmaker“-Modus soll dem gelben Verlauf folgen. Unsere Messung (weiße Linie) weist Perfektion aus (Messung: AV-Magazin)
Der Graustufenverlauf ist über den gesamten Bereich von 0 – 100 Prozent auf Studioniveau (Messung: AV-Magazin)

HDR und SDR in der Praxis

HDR-Inhalte überzeugen mit ihrer hohen Helligkeit und kräftigen Farben. Die Letterboxbalken haben wir aber schon dunkler gesehen (Screenshot: West Side Story)

Der Hisense XR10 ist flüsterleise. Dank der implementierten Flüssigkeitskühlung in Kombination mit klassischen Lüftern beträgt das Betriebsgeräusch lediglich 27 Dezibel. Außerdem liefert unser Testgast ein messerscharfes Bild bis zu den Rändern und ist vor allem eines – hell, sehr hell sogar! Damit lässt er sich im Wohnzimmer bei kontrolliertem Umgebungslicht am Nachmittag nutzen. Während HDTV-Inhalte bereits farblich auf ganzer Linie überzeugen, liefert der Projektor mit seinem Rec.2020-Farbraum überaus gesättigte und prachtvolle Bilder. Spielfilmen, Serien und Live-Sport haben wir selten so farbstark erlebt. Hautfarben erscheinen hierbei sehr natürlich. Die Signalanzeige im Cockpit von „Top Gun: Maverick“ leuchtet sattrot und hebt sich klar und deutlich von den übrigen Anzeigen ab. Der Sonnenaufgang erscheint aus dem Cockpit, als wären wir live dabei. Das dynamische Tone-Mapping überzeugt selbst in schwierigen Filmen wie „Sully“. Alle Inhalte bis zu 10.000 Nits werden reproduziert.

Wir wünschen uns ein erheblich dunkleres Schwarz. Beim XR10 erscheinen beispielsweise die Letterboxbalken eher Dunkelgrau. Als Maria im Remake von „West Side Story“ abends auf der Feuerleiter steht, können wir alle Metallstreben erkennen. Nichts säuft im Schwarz ab. Die Auto-Iris dunkelt hier ein wenig ab, so dass dunkle Inhalte gefälliger erscheinen. Dennoch liegt ein Grauschleier auf dem Geschehen. Außerdem fällt uns gelegentlich an kontrastreichen Kanten ein Farbblitzen (Regenbogen-Effekt) auf. Spielfilme besitzen das typische 3:2-Pulldownruckeln, weil der 0,47-Zoll-Chip von Texas Instruments alle Signale mit 60 Hz ausgibt. Hierfür gibt es aber Hilfe: In der „Bewegungskompensation“ unter „Benutzer“ setzen wir die „Judder-Minderung“ auf 5. Schon nimmt die Bewegungsschärfe sichtbar zu und das Ruckeln verschwindet, ohne dass sich ein „Soap opera effect“ einstellt.

In Tageslichtaufnahmen spielt der Hisense XR10 seine ganze Stärke aus. Die Schneelandschaften in „Superman“ lassen die Kälte fast spürbar werden. Das Kostüm von Superman und das Outfit seiner Gegner heben sich bestens von der hellen Umgebung ab, dank der sehr guten ANSI- und Inbild-Kontrastwerte. Die Anti-Speckle-Technologie arbeitet zuverlässig und sorgt dafür, dass das metallische Glitzern (Laserspeckle) vollständig unterdrückt wird.

Der gute Ton

Dem herausragenden Bildeindruck schließt sich die Tonwiedergabe weitgehend an. Das verbaute 2.1-Audiosystem von Devialet bietet in Summe 31 Watt. Die Pegel reichen aus, um Räumlichkeiten bis 30 Quadratmeter weit über Zimmerlautstärke zu beschallen. Hierbei sind die verbauten Lautsprecher weit mehr als nur ein Notbehelf. Männerstimmen tönen herrlich sonor, Frauenstimmen sind fein aufgelöst, ohne zu zischen. Höhen und Mitten werden bestens reproduziert. Wer im Wohnzimmer oder unterwegs dem XR10 die Tonwiedergabe überlässt, erhält eine Qualität wie von günstigen TV-Geräten gewohnt. Auf echten spürbaren Tiefbass muss man aber trotz des kleinen eingebauten Subwoofers verzichten. Wer im Heimkino eine bessere Klangqualität mit satten Bässen anstrebt, kommt um ein ausgewachsenes 7.1-Lautsprechersystem kaum herum. Damit erhält man dann den adäquaten Ton zum XXL-Bild.

Die Lautstärkeregelung wird sehr dezent am rechten Bildrand angezeigt (Screenshot: West Side Story)
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Bildeindruck
+Extrem helle Bilder
+Exzellente Schärfe
+Guter Sound für unterwegs (31 Watt)
+Farbraum Rec.709 (100 %) und Rec.2020 (98 %)
+Sehr gute Farbdarstellung
-Verbesserungswürdiges Schwarz
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