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Vincent PF-3 im Test:
Hörtest

Die Reset-Taste ermöglicht den Neustart des PF-3 nachdem die Gerätesicherung angesprochen hat (Bild: Vincent)

Das häusliche Umfeld spielt wie eingangs beschrieben eine große Rolle, wenn es darum geht, klangliche Unterschiede mit und ohne Netzfilterung auszumachen. In meinem typischen Haushalt mit durchschnittlicher Netzbelastung, Fernseher und WLAN-Repeater zeigen sich die Auswirkungen einer Stromfilterung im Allgemeinen recht deutlich, obgleich die Hi-Fi-Komponenten separat an eine Wanddose angeschlossen sind - Interferenzen vagabundieren innerhalb eines Stromkreises zwischen einzelnen Wanddosen. Meine Anlage mit Digitalquelle, Digital-Analog-Wandler von Mytek und VTL-Vollverstärker IT-85 ist grundsätzlich mit einer speziellen Netzleiste ausgestattet, die für das Testszenario nun natürlich entfernt wird. Vorab gibt es eine kurze Kostprobe mit einer handelsüblichen »Baumarktleiste«: Das Klangbild bricht förmlich in sich zusammen, Details wirken verwaschen und die Wiedergabe klingt angestrengt. Die hier gegebene Notwendigkeit einer Filterung des Netzstroms verdeutlicht dieser Vergleich sofort nochmals eindrucksvoll. An die Stelle der 20-Euro-Leiste tritt nun der Vincent-Netzverteiler, mit demselben HMS Energia-Netzkabel an dieselbe Wanddose angeschlossen. Wenige Takte von »The River« aus dem Ende Februar veröffentlichten Album »My World Is The Sun« von Dominique Fils-Aimé genügen, um die Wirkung des PF-3 zu erfahren: Die Bühnenabbildung öffnet sich nun wieder in die Breite und in die Tiefe, tonale Schattierungen und feindynamische Texturen treten ungebremst zutage.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht

Die Pianistin und Komponistin Esther Abrami hat mit »Nightlight« ein hörenswertes Album eingespielt, voller Atmosphäre und Klangfarbenpracht. Mit dem PF-3 vorgeschaltet, wird die Aufnahme zum audiophilen Genussmoment

Besonders augenfällig wird der klangliche Unterschied mit dem PF-3 bei der Stimmabbildung, die Sängerin wird schärfer fokussiert abgebildet und klingt lebendiger. Der beschwingte Rhythmus von »Freedom Become« zeigt anschließend einen grundlegenden Effekt einer Stromfilterung auf: Die Wiedergabe wirkt leichtfüßiger, von Anstrengung befreit und energiegeladen - wie so oft lautet das Stichwort »Atmosphäre«. Ein Wechsel zurück auf die herkömmliche Verteilerleiste macht die klangliche Auswirkung des PF-3 tatsächlich drastisch erfahrbar, an Verbesserungen gewöhnt man sich schnell. Jetzt allerdings mangelt es der Darbietung an Finesse, das aufnahmeseitig weitläufig angelegte Panorama ist verengt und flach. Zudem verschmieren die Konturen der Gesangstimme, und die Background Vocals werden innerhalb des Geschehens weniger klar herausgestellt.

Diese Unterschiede sind zu unterschiedlichen Tageszeiten eindeutig festzustellen, wenn auch nicht immer in gleicher Intensität. Das liegt daran, dass die Qualität des Netzstroms über den Tag hinweg schwankt: Wenn besonders viele Verbraucher in der Nähe und Industrieanlagen Strom ziehen, ist das im Vergleich hörbar. Die klangliche Beurteilung einer Netzfilterleiste sollte deshalb über mehrere Tage hinweg erfolgen, wobei man im Idealfall tagsüber sowie zu späterer Stunde hört, wenn der Strom in der Regel weniger belastet ist. Die abschließende Hörprobe, spät abends, führt zur französischen Pianistin und Komponistin Esther Abrami, die im vergangenen Jahr mit ihrem Ensemble das Album »Nightlight« eingespielt hat. Violine und Piano präsentieren sich beim gleichnamigen Stück in reichhaltiger Farbenpracht, feinste Nuancen entfalten sich vor pechschwarzem Hintergrund. Dabei entsteht vor dem geistigen Auge ein Bild davon, wie Esther Abrami an der Violine und Kim Barbier am Flügel agieren, gleichzeitig fächert sich eine großzügig dimensionierte Bühne auf, die mühelos durchhörbar ist. Noch einmal ohne den PF-3 gehört bleibt kurz gesagt wenig von der Magie übrig, es klingt fade nach Konserve. Die Vincent-Filterleiste dagegen bringt sofort wieder das sämig-schillernde Strahlen der Violine und den warmen Körper des Flügels zurück - welch eine Wohltat!

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Klanglicher Zugewinn
+schärfere Fokussierung
+Abbildung weitläufiger & präziser gestaffelt
+natürlichere Klangfarben
+mehr Atmosphäre
+lebendiges, dynamisch agiles Klangbild
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