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Elac Concentro M 807 im Test:
Hörtest

Der Elac-Hörraum bietet optimale Bedingungen. Gleichzeitig ist er eine Ausstellungsfläche und stellt selbst ein imposantes Exponat dar (Bild: AV-Magazin)

In den hinteren Bereich des Foyers eingebettet befindet sich der Hörraum, der mit seiner ovalen Silhouette einen reizvollen architektonischen Akzent setzt - schade, dass die nur von außen sichtbar ist. Dieses in den Baubestand eingebrachte organisch wirkende Gebilde ist eine schwingend aufgehängte Konstruktion aus Stahl und Beton - mit siebzig Tonnen Gesamtgewicht. Sie beherbergt eine mit Trockenbauelementen aufgebaute, entkoppelte Innenverschalung - den eigentlichen Hörraum, mit klassisch rechteckiger Geometrie. Er dient Elac gelegentlich als Showroom, ist jedoch vor allem Arbeitsumfeld für die Ingenieure, wenn es darum geht, einzelne Entwicklungsschritte und technische Lösungen klanglich zu beurteilen. Er ist mit mehreren genau berechneten Absorbern und Diffusoren sowie zwei aktiven Bassfallen versehen; die raumakustische Optimierung orientiert sich klanglich an Wohnräumen. Skarff Kiebach erklärt: „Wir brauchen hier Rahmenbedingungen, die uns ermöglichen, feinste Unterschiede zu hören. Dabei ist es nicht zielführend, wenn wir den Hörraum sehr stark bedämpfen - eine schalltote Kammer ist zum Messen da, nicht zum Hören.“ Torge Zeilinger ergänzt: „Was wir hören, muss in Relation stehen zu dem, was Kunden Zuhause erleben.“

Alchemy-Elektronik trieb die Concentro M 807 adäquat an (Bild: AV-Magazin)

Phänomenale Fokussierung

Eine Maßgabe, die auch in unserem Redaktionshörraum umgesetzt ist; um frühere Höreindrücke von diesem Raum aufzufrischen und ein besseres Gefühl für die Akustik zu bekommen, habe ich vorab den Elac Elegant BS 312.2 gehört, den ich als Arbeitsgerät einsetze. Wie souverän dieser kleine Kompaktmonitor hier im großen Elac-Hörraum auftritt, ist bei aller Erfahrung mit diesem Lautsprecher verblüffend. Zeit, sich an diesem zweiten Tag vor Ort ganz der Concentro M 807 zu widmen. Zunächst will ich die klangliche Auswirkung unterschiedlicher Einstellungen des VXe-Chassis nachvollziehen. Dazu habe ich den horizontalen Schallkegel des VXe-Chassis so schmal wie möglich gemacht sowie die mittlere und die maximale Ausdehnung des Schallkegels im Vergleich zur neutralen Einstellung gehört. Trotz der hier gegebenen makellosen Raumakustik machen sich die jeweiligen Justagen deutlich in der Abbildung bemerkbar: Der schmale Kegel zentriert das Klangbild und erinnert ein wenig an das Nahfeldhören mit Monitoren, wenn auch in erheblich größerem Maßstab. Auch die beiden weitwinkeligeren Abstrahlcharakteristiken zeigen den erwarteten Effekt, indem die Bühne vor allem in der Breite großzügiger abgebildet wird, wobei die Fokussierung einzelner Schallereignisse und die Konturenschärfe selbst bei der maximalen Ausdehnung noch immer die Abbildungsgenauigkeit vieler anderer Lautsprecher übertreffen. Aufgrund des optimierten Raums habe ich die Concentro M 807 dennoch anschließend in der neutralen Einstellung gehört.

Vijay Iyer und Wadada Leo Smith reflektieren auf ihrem zweiten gemeinsamen Album »Defiant Life« über das Menschsein. Intellektuell geprägter Jazz, gespielt von zwei virtuosen, improvisationsstarken Musikern, die sich blind verstehen - »Defiant Life« geht unter die Haut

Mit dem hervorragend eingespielten ECM-Album »Defiant Life« steige ich in das intensive Hören ein. Dieses zweite gemeinsame Werk von Vijay Iyer und Wadada Leo Smith ist von getragener Stimmung durchzogen, deren ganze Tiefe sich zunächst subtil offenbart, mit der Zeit jedoch intensiver mitteilt. Der Versuch, eine gewisse Distanz zu wahren, ist jetzt zum Scheitern verurteilt. Verantwortlich dafür ist ein Maß von Authentizität von Klangfarben, dynamischem Geschehen und Bühneneindruck, das bei dieser kleinen Besetzung mit Piano, Fender Rhodes und Trompete die Konserve fast vergessen macht. Der erste Schlüsselmoment ereignet sich, wenn bei »Sumud« das Spiel von Wadada Leo Smith einsetzt: Die leise gespielte Trompete erhebt sich über sirrenden Sounds des Fender Rhodes, schält sich heraus und entfaltet sich zu einem messerscharf umrissenen, schwebenden Klangkörper. In lauteren Solo-Passagen verleiht die Concentro M 807 dem Instrument hell strahlende Prägnanz, perfekt dosiert, und zeigt einen Reichtum tonaler Facetten, der mich kurz sprachlos macht.

Carolin No offeriert mit Blick auf das intensive Erleben der melancholischen Atmosphäre von »Defiant Life« einen willkommenen atmosphärischen Wechsel und die Gelegenheit, die Stimmwiedergabe dieses Lautsprechers zu erkunden. Bei »Crystal Ball« präsentiert sich jedes Detail der verspielten Abmischung, Hallspuren auf der Stimme schweben und verklingen in einem raumgreifend ausgedehnten Panorama, wobei die Gesangstimme selbst mit haarscharfen Konturen gezeichnet exakt in der Mitte fixiert steht. Bei »Ohne Worte« aus dem kaum nachbearbeiteten, tadellos aufgenommenen Album »Ehrlich gesagt« erreicht die Authentizität ein Höchstmaß, die Größe der Stimmabbildung stimmt, die Fokussierung ist schlichtweg phänomenal, die Concentro M 807 könnte mühelos die Spitze einer Nadel treffen. Gleichzeitig klingt Carolin Obieglos lupenreine Stimme körperhaft, als würde ich der Sängerin im Studio gegenübersitzen.

Das Auflösungsvermögen der Concentro M 807 setzt in diesem Segment Maßstäbe (Bild: AV-Magazin)
Giovanni Guidi hat schon vor zehn Jahren mit mit João Lobo und Thomas Morgan zusammen gespielt. James Brandon Lewis gibt am Tenorsaxophon frische Impulse - »A New Day« ist ein vielschichtiges Album, dessen ausgezeichnete Produktion mit der Concentro M 807 auch zum audiophilen Genuss wird

Beim Album »A New Day«, das Giovanni Guidi mit João Lobo, James Brandon Lewis und Thomas Morgan eingespielt hat, wird eines deutlicher als zuvor: Die Concentro M 807 zeichnet Klangfarben meisterlich treffsicher, seien es messingglänzend funkelnde Becken, die erdig-knackige Bassdrum, kristallklar perlende Piano-Noten oder das rauchige Tenorsaxophon - akustische Instrumente klingen einfach absolut natürlich. Wenn Thomas Morgan am Kontrabass bei »Only Sometimes« ein Solo gibt, kann der schlanke Lautsprecher zudem seine Präzision in unteren Oktaven eindrucksvoll unter Beweis stellen, er stattet den Bass mit Live-haftiger Autorität aus und legt dabei feinste Schattierungen ebenso selbstverständlich offen wie rhythmische Akzente. Apropos Tiefton: Als Freund elektronischer Musik habe ich die Souveränität dieses Lautsprechers mit Alben von Kraftwerk, Amelie Lens, Veerus, Charlotte de Witte und vielen anderen Künstlern und Künstlerinnen ausgiebig auf die Probe gestellt, doch an dieser Stelle sei nur in Kürze eingeschoben: Die Concentro M 807 bereitet mit exemplarischem Impulsverhalten und enormer Schlagkraft wonnevolle Erlebnisse.

Zurück zum Album »A New Day« und zum außerordentlich plastischen Charakter der Abbildung, die hier für eine unmittelbare Präsenz sorgt, die Anlage und sogar den Raum in den Hintergrund treten lässt. Vor dem geistigen Auge legt sich eine minutiös gestaffelte, dreidimensionale und realistisch dimensionierte Bühne wie eine Schablone über die tatsächliche Umgebung. Besonders faszinierend ist hierbei: Dazu bedarf es keiner imaginären Eigenleistung. Sicherlich, Klangerleben passiert immer im Kopf, doch jetzt darf der sich in erster Linie damit beschäftigen, das Gebotene zu verarbeiten, anstatt fehlende Puzzle-Teile rekonstruieren zu müssen. Das könnte man als Definition von High End hernehmen, zweifelsohne jedoch ist dies das Resultat wahrer Musikalität.

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  • Elac Concentro M 807 im Test – Technische Daten
  • Elac Concentro M 807 – direkt zum Testergebnis
Klang
+neutrale Abstimmung
+hervorragende Auflösung
+äußerst feine Klangfarbenzeichnung
+messerscharfe Fokussierung
+raumgreifende, dreidimensionale Abbildung
+sehr tiefreichender, präziser Bass
+impulsfreudige, atmosphärische Spielweise
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