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Elac Concentro M 807 im Test:
Design und Technologie

Besonders eingedenk dessen sollte man sich vor einem inflationären Gebrauch des Adjektivs »zeitlos« hüten, aber mit Bezug auf die beiden Gehäuseausführungen Hochglanz Schwarz und Hochglanz Weiß bewegt man sich mit dieser Wortwahl gewiss auf der sicheren Seite. Bei diesen Standardausführungen besteht die Wahl zwischen schwarz oder silberfarben eloxierten Chassis-Montageringen, der massive Aluminiumsockel ist graphitgrau ausgeführt. Darüber hinaus kann die Concentro M 807 gegen Aufpreis individualisiert werden, für die Gehäuse, die Zierringe und den Sockel stehen alle RAL-Farben zur Verfügung, um den Lautsprecher ganz nach Wunsch lackieren zu lassen. Die von uns gehörte Ausführung in schwarzem Pianolack mit schwarzen Applikationen und graphitfarbenem Sockel strahlt jene unaufdringliche Präsenz aus, die seit geraumer Zeit für Elac-Lautsprecher typisch ist und auch den Markenauftritt insgesamt kennzeichnet. Geschäftsführer Lars Baumann spricht mit Blick auf das diesjährige Firmenjubiläum von einer »Balance zwischen Tradition und Innovation«, die Elac weiterhin leiten soll, und beschreibt damit gleichzeitig wesentliche Elemente der Kultur, die eine 100-jährige Unternehmensgeschichte ermöglicht haben.

Die Gebäude im Kieler Wissenschaftspark tragen die Namen renommierter Forscher und Entwickler. Für das Zuhause von Elac könnte keine Persönlichkeit passender gewählt sein, als der Erfinder des Air-Motion-Transformers, auf dem der Elac JET-Folienhochtöner ursprünglich basiert (Bild: AV-Magazin)

Die besten Technologien aus Kiel

Zwei seitlich positionierte 250-mm-Basstreiber in Push-Push/Pull-Pull-Konfiguration ermöglichen der Concentro M 807 ultrapräzisen Tiefgang (Bild: AV-Magazin)

100 Jahre sind zweifelsohne eine Ewigkeit, die Concentro M 807 ist indes in technologischer Hinsicht ein deutlicher Fingerzeig Richtung Zukunft. Das grundsätzliche Lautsprecherkonzept wurde beibehalten und fußt komponentenseitig auf einigen mittlerweile bewährten Technologien. Dazu zählen die zwei 115-mm-Mitteltöner, deren Aluminium-Sandwich-Membrane die bekannte kristallähnliche Geometrie aufweisen. Diese Formgebung der Oberfläche minimiert Partialschwingungen und ermöglicht ein besseres Großsignalverhalten, weshalb die Treiber mit dem Zusatz »XR« (Extended Range) bezeichnet werden. Zwei seitlich positionierte 250-mm-Tieftöner mit Aluminium-Sandwich-Konus verleihen dem Concentro M 807 trotz seiner schlanken Gestalt souveränes Durchsetzungsvermögen. Sie sind in der bereits zuvor für eine effektive Impulskompensation eingesetzten Push-Push/Pull-Pull-Konfiguration angeordnet, bei der sich die mechanischen Kräfte der beiden gegenüberliegenden Treiber ausgleichen und so besonders lineare Hübe gewährleisten. Die Bassreflex-Abstimmung des 4-Wege-Systems wirkt nach unten gerichtet, sodass der Raum gleichmäßiger angeregt wird, was bei der Aufstellung der Lautsprecher mehr Spielraum lässt. Der Luftstrom des Reflexkanals tritt über einen Spalt zwischen der Ventilationsöffnung im Boden und dem massiven Sockel aus.

Das Gehäuse wird aus dickwandigen MDF-Elementen gefertigt und ist mit mehreren inneren Verstrebungen zusätzlich versteift; einige von ihnen bilden separate Gehäusekammern für die beiden Mitteltöner und die Mittelhochtoneinheit. Die elegante Formensprache des Lautsprechers dient freilich auch einem technischen Zweck: Die Radien von Wangen, Rückwand und Deckel verhindern stehende Wellen im Inneren des Korpus, während die Radien der Schallwand Kantenreflexionen minimieren. Das Anschlussfeld, die Elektronik für die Mittelhochtoneinheit und die Frequenzweiche verteilen sich immerhin auf fünf Platinen, die vertikal an der Innenseite der Rückwand montiert sind; von ihnen ausgehend führen hochwertige Van den Hul-Kabel zu den Treibern. Die Weiche ist jedoch keineswegs besonders komplex aufgebaut, Entwicklungsleiter Rolf Janke setzt bei ihrer Auslegung wie gewohnt auf möglichst sanfte Roll-Offs, vorwiegend mit elektromechanischen Filtern 1. Ordnung. „Meine Devise ist, den Lautsprechern nicht einfach nur einen glatten Summenfrequenzgang zu verpassen, sondern einen gleichmäßigen Schallleistungsfrequenzgang zu erreichen, bei dem jedes einzelne Chassis einen gleichmäßigen Frequenzgang hat.“

Mittelhochton-Einheit mit JET 6c und VXe-Technologie

Die zwei Schöpfer der Concentro M 807: Rolf Janke (rechts) und Skarff Kiebach (Bild: AV-Magazin)

Die technische Innovation des Concentro M 807 ist eine vollständig neu entwickelte Mittelhochtoneinheit, die mittig auf der Schallwand positioniert die Blicke auf sich zieht. Rolf Janke und Skarff Kiebach haben sich viel Zeit genommen, dieses neue Koaxialchassis zu erklären. In seinem Zentrum sitzt der JET 6c-Folienhochtöner, wobei das »c« die für die Concentro-Lautsprecher entwickelte, kompakte Variante des Hochtöners kennzeichnet. Rundherum sind sechs 40-mm-Mitteltöner mit Aluminium-XR-Konus angeordnet - sechs winzige Mitteltöner statt einer Ringmembran, da stellt sich sofort die Frage nach dem Zweck dieser vergleichsweise aufwendigen Konstruktion. Tatsächlich geht es hier mehr um Flexibilität als um klangliche Perfektionierung, das neue VXe-Koaxialchassis überführt die Tradition des mechanisch verstellbaren VX-JET in die Gegenwart. Im Gegensatz zu jenem in der älteren 500er-Linie verbauten Treiber setzen die Ingenieure jetzt auf eine elektrische Lösung, die rein passiv ohne DSP realisiert ist - daher rührt der etwas sperrige Name »Variable Coaxial Electric«. Der Clou der VXe-Technologie: Mithilfe eines Drehreglers an der Rückseite der Lautsprecher kann das horizontale Abstrahlverhalten an raumakustische Gegebenheiten und persönliche Präferenzen angepasst werden.

Die sechs Mini-Mitteltöner flankieren den JET 6c. Sie sind horizontal in zwei Gruppen aufgeteilt, die separat angesteuert werden (Bild: AV-Magazin)

Pro Lautsprecher stehen fünf Einstellungen zur Verfügung, die eine Anpassung von Pegel und Phasenlage der Mitteltöner bewirken, die horizontal in zwei separat angesteuerte Gruppen aufgeteilt sind. In Summe der beiden Lautsprecher ermöglichen daher fünfundzwanzig verschiedene Einstellungen eine sehr feine Justage des horizontalen Abstrahlwinkels, bei maximaler Fokussierung respektive Ausdehnung beträgt die Abweichung von der neutralen Charakteristik nur einige Grad. Genug, um in asymmetrischen Räumen, wo sich beispielsweise auf einer Seite eine Glasfront befindet, die unterschiedliche Raumantwort zu kaschieren, ohne das Klangbild zu verfälschen.

Mit fünf Einstellungen pro Lautsprecher ergeben sich insgesamt 25 Varianten einer feinfühligen Anpassung der Abstrahlcharakteristik (Bild: AV-Magazin)

Darüber hinaus hat das Mitteltöner-Array weitere Vorteile gegenüber einer erheblich größeren Membran: Partialschwingungen stellen kaum ein Problem dar und lassen sich weit außerhalb des Hörspektrums verschieben. Bei einem so kleinen Membrandurchmesser konnte daher auf eine Zellstoffschicht hinter dem Aluminiumkonus zugunsten der Effizienz verzichtet werden. Was sich klanglich deutlich bemerkbar macht - so viel sei vorweggenommen -, ist das blitzschnelle Impulsverhalten, das auch dank der extrem geringen Masse von nur 0,18 Gramm pro Mini-Konus erreicht wird.

Damit in der großen Lager- und Fertigungshalle alles reibungslos läuft, ist Ordnung unerlässlich (Bild: AV-Magazin)
Torge Zeilinger zeigt uns die neu entwickelte Mittelhochtoneinheit VXe-JET, die sinnbildlich und wortwörtlich im Zentrum des Lautsprecherkonzepts steht (Bild: AV-Magazin)
Der JET 6-Hochtöner stellt eine produktionstechnische Herausforderung dar, die Elac mithilfe hochmoderner Maschinen meistert. Hier wird die hauchdünne Folie auf den Träger geklebt (Bild: AV-Magazin)
Nach wie vor lässt sich manches jedoch nicht automatisieren: Beim Falten der Folie ist Handarbeit gefragt, bei der vor allem Erfahrung zählt (Bild: AV-Magazin)
Hier warten fertige JET 6 auf ihren Einbau in Lautsprecher. Trotz engster Toleranzen und der erforderlichen Handarbeit fertigt Elac den Folienhochtöner in erklecklicher Stückzahl (Bild: AV-Magazin)
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Ausstattung
+VXe-Technologie für Klanganpassung
+Bi-Wiring-Anschlussfeld
+Standfüße
+Spikesets mit Spikeschuhen
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