Hisense L9Q im Test:
Das Flaggschiff überholt alle Laser-TVs
Der Hisense L9Q ist das neue Flaggschiff von Hisense. Er will den PT1 aus demselben Haus überflügeln, der bereits alle anderen Laser-TVs in den Schatten gestellt hat, die bislang auf unserem Prüfstand standen. Ob das ambitionierte Vorhaben gelingt, zeigt dieser Test.
Testbericht von Michael B. Rehders5. April 2026, Fotos: Hersteller, AV-Magazin
Die Fußball-WM in USA, Kanada und Mexiko wirft ihre Schatten voraus. Wer die Spieler der Nationalmannschaften in Lebensgröße sehen möchte, kommt um eine Projektion zu Hause nicht herum. Hisense bietet mit dem L9Q einen Laser-TV, der einfach auf das Lowboard gestellt wird, um von dort Bildgrößen bis zu 200 Zoll zu projizieren. Der Vorteil gegenüber klassischen Projektoren, die unter der Zimmerdecke hängen, ist offensichtlich: Selbst bei vollem Haus können sich die Gäste frei im Wohnzimmer bewegen, ohne dass sie in den Lichtstrom des Beamers geraten. Aufgeräumter sieht die Stube überdies auch noch aus.
Mit 4.999 Euro offeriert Hisense sein Flaggschiff, den Ultrakurzdistanz-Projektor L9Q. Optisch und haptisch ist das Gerät luxuriös. Das Finish ist Schwarz-Kupfer, die Oberfläche besteht aus Holzfurnier. In der Front und an den Seiten sind die Lautsprecher und Subwoofer eingelassen. Darüber hinaus ist die Vorderseite links und rechts illuminiert, was gerade im dunklen Wohnzimmer die Eleganz noch weiter steigert. Vertrauenserweckende 12,9 Kilogramm bringt der L9Q auf die Waage, so dass er auch bei hohen Pegeln sicher steht. Wie schon der Hisense PT1 wird auch der große Bruder gut geschützt in einem bedruckten Karton geliefert, der ganz ohne bröseliges Styropor auskommt. Zum Lieferumfang gehören: Hisense L9Q, Fernbedienung mit USB-C-Ladekabel, Netzkabel, Arretierungen für die Standfüße, Pinsel und Blasebalg zur Staubentfernung, zwei Paare Handschuhe zu Aufstellen, Broschüren, Garantiekarte sowie eine Installationsanleitung.
Montage und Installation

- Mit 16,6 x 62,4 x 31,7 cm (H x B x T) passt der Hisense L9Q auf alle gängigen Sideboards (Foto: Hisense)
Hisense macht die Installation gewohnt leicht, so wie wir es bereits von den Fernsehern aus demselben Hersteller kennen. Nach dem ersten Einschalten nimmt ein Installationsmenü den Nutzer an die Hand, um alle relevanten Einstellungen durchzuführen. Schrittweise wird der Projektor auf die Leinwand ausgerichtet und VIDAA konfiguriert. Die einzelnen Apps können ganz leicht in der Zeile verschoben werden. Inklusive des aktuellen Firmware-Updates benötigen wir lediglich 15 Minuten, bis alles wunschgemäß eingerichtet ist – und der XXL-Großbildspaß beginnen kann. Wie alle aktuellen Ultrakurzdistanz-Beamer ist auch der Hisense L9Q für eine feste Bildgröße konzipiert. Zum Beispiel für 100 Zoll Diagonale benötigt er lediglich 8 Zentimeter Abstand. Ein Zoomobjektiv gibt es nicht. Wer eine größere oder kleine Bildbreite anstrebt schiebt das Gerät einfach ein paar Zentimeter vor oder zurück. Der Fokus wird per Fernbedienung justiert, so dass er bis in die Ecken alles messerscharf abbildet.
Die vier gummierten Standfüße dienen zur Nivellierung und können herausgedreht werden, um den Projektor exakt in Waage aufzustellen. Darüber hinaus kann die Bildausrichtung auch automatisch erfolgen. Im On-Screen-Display (OSD) muss die Funktion lediglich eingeschaltet werden. Diese digitale Anpassung verringert aber die Bildauflösung, so dass wir sie nicht nutzen, um die volle Auflösung zu erhalten. Wer klassisch TV schauen möchte, kann seine SAT-Anlage oder den Kabelanschluss verwenden, weil der Hisense L9Q die passenden Antennenanschlüsse besitzt. Ebenso ist ein CI+-Slot vorhanden, um entsprechende Karten einzustecken.
Setup und Bedienung

- Die Fernbedienung benötigt keine Batterien, da das Laden der verbauten Akkus via Solarpanel oder USB erfolgt (Foto: Michael B. Rehders)
Lediglich zehn Sekunden benötigt der Proband zum Hochfahren und lediglich eine Sekunde zum Herunterfahren. Mit einer Leistungsaufnahme von 212 Watt ist der Beamer erfreulich sparsam. Im Standby messen wir 0,3 Watt. Der Controller bietet zum Aufladen ein Solarpanel und eine USB-Buche. Sechs Direktwahltasten für Disney+, YouTube, Prime Video, Netflix, Deezer und Kid sind ebenso praktisch wie die Eingangstaste, Lautstärkeanpassung, Laserhelligkeitsregelung und das Mikrofon für die Sprachsteuerung.
Der verbaute Mediaplayer unterstützt alle gängigen Audio- und Videoformate. Für SDR und sämtliche HDR-Formate liegen eigene Bildmodi vor, die individuell eingestellt werden können. Der Projektor erkennt das eingehende Signal selbständig und ordnet es dem passenden Bildmodus zu. Jedenfalls, wenn es von SDR („Filmmaker“) Richtung HDR („HDR Standard“) geht. Im umgekehrten Fall bleibt der Proband im aktivierten Bildmodus („Standard“) und nutzt diesen dann für SDR. Wir haben uns daher entschieden, für alle Bildsignale den Modus „Standard“ zu verwenden und diesen zu kalibrieren. Anschließend müssen wir uns um nichts weiter kümmern, weil der Projektor zuverlässig von SDR auf HDR und zurück wechselt. Die Navigation durch das On-Screen-Menü gelingt zügig mit dem Controller. Da dieser keine hintergrundbeleuchtete Tastatur besitzt, ist etwas Restlicht im Raum hilfreich beim Einstellen.
Smartfunktionen
Wie der von uns bereits getestete Hisense PT1 bringt auch der L9Q das Betriebssystem VIDAA mit und jede Menge Streamingdienste. Dazu gehören: Netflix, DAZN, Wow, Apple TV+, Paramount+ und viele andere, die wir von den TV-Geräten dieses Herstellers kennen. In VIDAA können Apps beliebig in einer Zeile verschoben werden. Das ist sehr praktisch, um viel genutzte Streamingdienste weiter vorne zu platzieren. Die Spracherkennung funktioniert hervorragend, um Filme und Serien schneller zu finden. Sogar die Mediatheken von ARD und ZDF sind darüber aufrufbar.

- Smartfunktionen: Das Betriebssystem VIDAA listet alle Highlights der angeklickten Streamingdienste in der Zeile darunter auf. TV Channels+ bietet die bekannten Live-TV-Sender (Foto: Michael B. Rehders)

- Projektionsmodus: Das Installationsmenü führt den Nutzer Schritt für Schritt durch die Konfiguration (Foto: Michael B. Rehders)

- OSD: Vom „Mainmenü“ ausgehend sind alle Einstellungen möglich (Foto: Michael B. Rehders)

- OSD: Bild bietet tiefergehenden Anpassungsmöglichkeiten (Foto: Michael B. Rehders)

- OSD: Der Sendersuchlauf findet selbständig alle Programme, die via Satellit und Kabel übertragen werden (Foto: Michael B. Rehders)

- OSD: Die „Elektronische Bedienungsanleitung“ ist übersichtlich strukturiert (Foto: Michael B. Rehders)

