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Nubert nuVero nova 14 im Test:
Aufstellung und Hörtest

Die Mittelhochton-Einheit sorgt im Zusammenspiel mit der Weiche für eine breite, homogene Schallabstrahlung (Bild: Nubert)

In den Aufstellungshinweisen findet sich außerdem die Empfehlung, die Lautsprecher parallel auszurichten - aufgrund der implementierten Diffusfeldentzerrung. Sie passt den Frequenzgang im Bereich sehr hoher Frequenzen an, um am Hörplatz für einen möglichst homogenen Klangeindruck zu sorgen. Der Hintergrund ist einfach erklärt: In jedem Raum überwiegt bereits bei einer Entfernung von weniger als einem Meter zum Lautsprecher der sogenannte Diffusschall, sprich, vom Raum reflektierter Schall. Mit anderen Worten: Am Hörplatz hört man mehr den Raum als den Lautsprecher. Abhilfe können Diffusoren und Absorber schaffen, doch obwohl es die längst in ansehnlichen Varianten gibt, betreibt kaum jemand solchen Aufwand in den heimischen vier Wänden.

In unserem akustisch optimierten Hörraum wirkt sich die Diffusfeldentzerrung weniger stark aus, als es in den meisten Hörumgebungen der Fall sein dürfte - dennoch lässt sich eindeutig feststellen, dass die Darbietung mit Anpassung pointierter und transparenter gelingt.

Oberhalb der rhodiumbeschichteten Polklemmen befinden sich zwei Steckbrücken, die eine Bassabsenkung für wandnahe Aufstellung und die Deaktivierung der Diffusfeldentzerrung ermöglichen (Bild: Nubert)

Wer das selbst ausprobieren möchte, kann die Entzerrung mithilfe einer Steckbrücke auf dem Anschlussfeld deaktivieren. Sie befindet sich ab Werk in der Position »Neutral«, in der die Entzerrung aktiv ist. In der Stellung »Sanft« wird das obere Ende des Spektrums dagegen möglichst linear wiedergegeben.

Eine zweite Steckbrücke ermöglicht, im Falle einer wandnahen Aufstellung die daraus resultierende Bassüberhöhung auszugleichen. Auch das funktioniert klar nachvollziehbar; für die Hörtests habe ich allerdings eine freie Aufstellung mit einem Meter zehn Abstand zur Rückwand und zu den seitlichen Wänden sowie einer Basisbreite von zwei Meter zwanzig gewählt. Was die für mich gewöhnungsbedürftige parallele Aufstellung anbelangt, kann ich mich dieser Empfehlung nur nachdrücklich anschließen.

Hörtest

Tomeka Reid liefert mit ihrem Quartett anregenden Jazz fernab des Mainstream

Zu Beginn spiele ich das taufrische Album »Dance! Skip! Hop!«, das die Cellistin und Komponistin Tomeka Reid mit dem von ihr gegründeten Jazz-Quartett eingespielt hat. Dessen unkonventionelle Besetzung mit Kontrabass, Schlagzeug und E-Gitarre zeigt schon, das sich die Künstlerin abseits des Mainstreams bewegt. Im Rahmen ihrer zahlreichen anderen Engagements und Projekte hat sich Tomeka Reid mit ihrer improvisationsreichen Technik einen Namen gemacht, und das vierte Album des Quartetts kultiviert diesen Geist besonders konsequent. Die fünf Eigenkompositionen sind kaum wie klassische Jazz-Arrangements mit Rhythmussektionen und Solo-Passagen strukturiert, vielmehr gibt hier spontanes Agieren den Ton an. Die nuVero nova 14 macht schon nach wenigen Takten klar, dass sie damit umzugehen weiß, indem sie mit quicklebendiger Spielfreude jede rhythmische und melodische Wendung in Szene setzt. Dabei behält sie souverän das große Ganze im Blick, zeigt all die miteinander verwobenen Akzentuierungen und Kontrapunkte auf und macht so diesen anspruchsvollen musikalischen Dialog verständlich. Vor allem aber schafft dieser Lautsprecher eine Präsenz, die unmittelbar unter die Haut geht, die Band steht Live-haftig vor mir. Die Instrumentenkörper wirken reliefartig gezeichnet, die glaubhaft bemessene Bühne ist taghell ausgeleuchtet, und doch würde ohne die jetzt erfahrbare Energie nie ein solch authentisch wirkendes Hörerlebnis entstehen. Die nuVero nova 14 lässt bei moderater Lautstärke dynamisch nichts anbrennen und lädt die herrlich schmutzig klingende E-Gitarre richtig auf, wenn Mary Halvorson bei »Oo Long!« doch einmal ein Solo zum Besten gibt.

Die Luft knistert

Saskia Giorgini stellt erneut ihre Virtuosität unter Beweis, wenn sie Mozart und Shostakovich gegenüberstellt. Die nuVero nova 14 macht aus diesem hörenswerten Album einen Hochgenuss

Zwei vielfach gehörte Alben des Duos Carolin No schließen sich an, zuerst läuft die blitzsaubere Studioproduktion »On & On«, mein Fokus liegt dabei auf der hervorragend eingefangenen Gesangstimme. Die nuVero nova 14 legt feinste vokale Nuancen offen und bildet die Stimme messerscharf fokussiert, richtig proportioniert und auch in der richtigen Höhe ab. Zudem präsentiert sich der Gesang tonal als bruchloses Ganzes, sodass die Stimmwiedergabe völlig natürlich klingt. Das Album »Open Secret Concert« hat ganz anderen Charakter, es handelt sich um eine vorbildlich gelungene Live-Aufnahme, die nur moderat nachbearbeitet wurde. Die nuVero nova 14 lässt auch hier gleich den Funken überspringen, macht die tiefe Emotion hörbar, die Carolin Obieglo in die Zeilen der Ballade »All That I Am« legt. Dann spielt Andreas Obieglo am Klavier die ersten Noten von »Time After Time«, die Luft knistert, ich drehe erheblich lauter. Carolin Obieglos Gesang setzt ein, und ich bekomme Gänsehaut. Das atmosphärische Moment erreicht seinen Höhepunkt, als das Publikum den Refrain singt, und da ist es auch um meine Fassung geschehen: Die nuVero nova 14 holt dieses intime Konzert mit packendem Realismus in den Hörraum - großartig!

Zeit für eine besondere Herausforderung, zumal der Klang des Pianos bei der zuvor gehörten Aufnahme aufhorchen ließ: Saskia Giorgini spielt zusammen mit den Trondheimer Solisten das Klavierkonzert Nr. 12 in A-Dur, KV 414 von Mozart (Album »Mozart & Shostakovich: Concertos For Piano And Strings & Piano Sonata«). Die nuVero 14 bildet hierbei den dynamischen Umfang des Konzertflügels mühelos ab, stellt das Instrument organisch wirkend und mit realistischen Dimensionen plastisch in den Raum. Dabei entfaltet sich der ganze Klangfarbenreichtum des Flügels, von erdigen Holztönen, die im Korpus verhallen bis zu kristallklar perlenden Noten, die zart ausklingen. Gleichzeitig folgt der Nubert-Lautsprecher dem melodischen Fluss leichtfüßig, wenn Saskia Giorgini durch Allegro und Allegretto tänzelt.

Konzert-Pegel ohne Reue

Inzwischen höre ich in Konzert-ähnlicher Lautstärke, obgleich die nuVero nova 14 leise involvierend spielt. Doch es geht mit diesem potenten Standlautsprecher eben auch vollkommen stressfrei laut, die Bühnenabbildung bleibt stabil, seine Reserven scheinen nicht einmal angekratzt. Auf diese Weise erlebt, vollendet Live-Pegel hierbei fraglos den Hörgenuss. Gleiches gilt für elektronische Musik, deshalb gibt’s für »Queen Mary« von Francine Thirteen einen weiteren beherzten Dreh am Lautstärkeregler. Die Abmischung dieses Tracks entwirft ein weitläufig ausgedehntes, dreidimensionales Geschehen, das die nuVero nova 14 raumfüllend abbildet. Effektsounds wandern innerhalb eines sehr breiten Panoramas von links nach rechts und zurück, wobei sich einzelne Klänge genau auf Ohrachse bewegen. Der voluminöse, pulsierende Beat schlägt mit voller Wucht ein und federt locker nach, da bleibt kein Auge trocken. Das Remix von Kevin de Vries des grandiosen Techno-Klassikers »Amalthea« von The Reason Y ist aus ähnlichem Holz geschnitzt, der mächtige Beat hüpft hier in einigen Passagen in Drum ´n´ Bass-Manier über abgrundtiefen Bassläufen. Die nuVero nova 14 quittiert dies mit einem Achselzucken, zeichnet tiefste Register vollkommen präzise durch und schüttelt energiegeladene Beats punktgenau aus dem Ärmel - eine elektrisierende Vorstellung!

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Klang
+neutrale Abstimmung
+hervorragende Auflösung
+authentischer Klangfarbenreichtum
+scharf fokussierte, plastische Abbildung
+großformatige, dreidimensionale Räumlichkeit
+sehr tiefreichender, kraftvoller & präziser Bass
+dynamisch-agile & atmosphärische Spielweise
+souveräne Pegelreserven
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