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nuVero nova 9 und nuVero nova 1w im Test:
Einmessung und Hörtest

Das optional erhältliche Stativ wurde eigens für die nuVero nova 9 entwickelt und empfiehlt sich, um diesen hochkarätigen Lautsprecher auszureizen (Bild: Nubert)

Anschlussseitig hält der nuVero nova 1w einen RCA-Hochpegeleingang sowie einen symmetrischen XLR-Eingang und einen XLR-Ausgang bereit. Der Ausgang ermöglicht, das Signal an weitere Subwoofer durchzuschleifen und so mehrere Woofer einzusetzen. Darüber hinaus kann der nuVero nova 1w über das Protokoll X-Connect Surround kabellos eingebunden werden, das von etlichen Nubert-Lautsprechern, Subwoofern und Amps, wie beispielsweise der auf der diesjährigen High-End-Messe in Wien vorgestellten Vorstufe nuControl X-2, unterstützt wird. Dieser proprietäre, digitale Funkstandard überträgt und empfängt Audio-Signale mit einer Auflösung von 48 kHz / 24 Bit - im Stereo-Betrieb mit X-Connect sind sogar 192 kHz / 24 Bit drin. Um den nuVero nova 1w im Zusammenspiel mit älteren Geräten oder Komponenten von Drittanbietern kabellos zu integrieren, kann der externe Transceiver nuConnect trXS genutzt werden, der für 149 Euro erhältlich ist.

Außer den Anschlüssen und einer Pairing-Taste befindet sich am Gerät lediglich ein großer Dreh-Druckregler, der die Einstellung der Einsatzfrequenz und des Pegels ermöglicht. Um zwischen diesen Parametern zu wechseln, drückt man den Regler; der umlaufende LED-Ring signalisiert den gewählten Parameter grün (Level) beziehungsweise blau. Werden sie verändert, signalisiert eine LED den aktuell eingestellten Wert, wobei die LED bei Zwischenschritten wie beispielsweise 35 Hertz schwächer leuchtet. Die Einsatzfrequenz kann in 5-Hz-Schritten eingestellt werden, die Ziffern stellen hier 10-Hz-Schritte dar. Die Pegelregelung ist in 1-dB-Abstufungen möglich, die Ziffern kennzeichnen 2-dB-Schritte. Anfangs sind diese Beschriftung und Darstellung von Werten zwischen den Ziffern etwas gewöhnungsbedürftig, der Helligkeitsunterschied der LED reicht jedoch aus, um den aktuellen Wert klar abzulesen.

X-Remote App mit X-Room Calibration

Zur Steuerung des nuVero nova 1w bietet sich die für iOS und Android kostenfrei erhältliche App Nubert X-Remote an, die außerdem die Phaseneinstellung gestattet und die Kontrolle über die Ein-Ausschalt-Automatik ermöglicht. Darüber hinaus kann mit der App das Wireless-Setup durchgeführt und der Eingang gewählt werden; die rückseitig am Gerät verfügbaren Optionen Tiefpass und Pegel stehen dort selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung, sodass Nubert X-Control das Smartphone zur vollwertigen Fernbedienung macht. Den größten Vorteil bietet die App allerdings mit der implementierten Raumeinmessung »X-Room Calibration«. Sie nutzt im Falle der iOS-Version wie üblich das Mikrofon des iPhone, Android-Nutzer können das USB-Ansteckmikrofon »XRC Android Interface« verwenden, das Nubert für moderate 39 Euro anbietet.

Der Home Screen zeigt alle Einstellungen und Funktionen auf einen Blick (links). Bei der Tiefpass-Einstellung wird der effektive Pegel über den gesamten resultierenden Frequenzbereich hinweg dargestellt (Mitte). Zu Beginn der Einmessroutine gibt es unmissverständliche Anweisungen (rechts)
Anschließend wird die ermittelte Raumantwort dargestellt (links). Die grüne Korrekturkurve kompensiert die erheblichen Überhöhungen, die ohne Einmessung auftreten würden. An dieser Stelle kann die Messung wiederholt werden oder die Korrekturkurve abschließend an den Subwoofer übertragen werden (Mitte). Danach kann die Raumanpassung jederzeit deaktiviert und wieder zugeschaltet werden (rechts)
Ein XLR-Ausgang ermöglicht, das Signal an einen weiteren Subwoofer durchzuschleifen (Bild: Nubert)

Bei der Aufstellung des Subwoofers, die vor der Einmessung erfolgen muss, sollte man Sorgfalt walten lassen, denn obgleich tiefe Frequenzen schwer ortbar sind, hat die Platzierung großen Einfluss darauf, wie stark Raummoden angeregt werden. Nubert gibt diesbezüglich die Empfehlung, den Subwoofer in einem Abstand zu den Wänden aufzustellen, der einem Fünftel der Raumbreite und einem Fünftel der Raumlänge entspricht. Alternativ bieten sich Vielfache dieser Werte an, die allerdings schnell zu einer Platzierung mitten im Raum führen. Die empfohlene parallele Ausrichtung der Lautsprecher sollte unbedingt eingehalten werden, denn nur dann kann die Diffusfeldentzerrung ihre volle Wirkung zeigen. Sie berücksichtigt, dass am Hörplatz der Diffusschall überwiegt und passt im obersten Spektrum den Frequenzgang an, damit ein möglichst homogener Klangeindruck entsteht. Sie ist ab Werk aktiv und kann mithilfe einer Steckbrücke am Anschlussfeld deaktiviert werden. Dort kann außerdem die Bassüberhöhung, die bei wandnaher Aufstellung auftritt, mit einer weiteren Steckbrücke ausgeglichen werden.

Hörtest

Die isländische Pianistin Eydís Evensen entführt mit »Flow« wieder auf ihre charakteristische Weise in ambivalente Gefühlswelten. Von der französischen Violinistin Esther Abrami begleitet, entsteht ein atmosphärisch hochdichtes Stück Musik, das mit der nuVero nova 9 - und dem nuVero nova 1w - auch klanglich zum Hochgenuss wird

Nach einigen Rock- und Pop-Titeln zum Warmwerden ist es an der Zeit, die nuVero nova 9 zu fordern, die neue Single »Flow« von Eydís Evensen eignet sich dafür bestens. Die isländische Pianistin und Komponistin hat dieses Stück geschrieben und konnte die französische Violinistin und Komponistin Esther Abrami für das Spiel an der Geige gewinnen. Kennengelernt haben sich die beiden vielseitigen Talente über Social Media, wo Esther Abrami als Klassik-Influencerin unterwegs ist, die Podcast-Folge über junge Frauen im Klassik-Business ist sehr hörenswert. Aufhorchen lässt auch, was jetzt aus den Lautsprechern tönt: Die nuVero nova 9 entwirft eine realistisch dimensionierte Bühne, auf der Flügel und Violine mit gebührendem Abstand zueinander Platz finden. Beide Instrumentenkörper werden mit messerscharfen Konturen gezeichnet, wobei die plastische Abbildung auch stabil bleibt, wenn man den Kopf außerhalb der optimalen Hörposition bewegt. Tonal spielt die nuVero nova 9 unbestechlich auf der neutralen Seite, bringt aber gleichzeitig den typischen Schmelz der Violine und holzig-warme Noten des Flügels wunderbar zur Geltung. Dabei wird das Geschehen wie mit einem Flutlicht ausgeleuchtet und dynamisch ungemein fein aufgelöst, Bogenansätze auf den Saiten der Violine und der resonierende Korpus des Flügels werden auch bei moderater Lautstärke mühelos erfahrbar.

Ich bleibe noch bei Musik dieser außergewöhnlichen Künstlerin, deren stimmungsvolle Kompositionen von vielen subtilen Details leben. Bei »Dreaming Of Light« aus dem Album »The Light« reichen der nuVero nova 9 wenige Takte, um zu demonstrieren, dass sie aus demselben Holz geschnitzt ist, wie der große Standlautsprecher nuVero nova 14: Der Flügel steht als greifbares Gebilde im Raum und wird in seiner ganzen Farbenpracht abgebildet, die Prägnanz und Natürlichkeit der Klangfarben ist eine wahre Wonne. Die nuVero nova 9 trifft feinste Nuancen auf den Punkt und schafft eine exemplarische Balance von Transparenz und Musikalität. Das zeigt sich auch bei der Stimmabbildung: Die Pianistin singt hier auch, mit rau-dunklem Timbre, das zuweilen brüchig wirkt. Die große nuVero nova-Kompaktbox macht ihren Gesang als organischen Vorgang erlebbar, lässt die Stimme atmen und platziert sie messerscharf fokussiert oberhalb des Flügels.

Mit »Amor« hat Charlotte de Witte zusammen mit der brasilianischen Künstlerin Ceres mal wieder einen Techno-Hit gelandet. Echtes Club-Feeling kommt auf, wenn sich der nuVero nova 1w um die tiefen Bassläufe kümmert

»The Light II« aus dem gleichen Album stellt eine besondere Herausforderung dar, hier singt der 18-stimmige Chor Schola Cantorum Reykjavicensis. Dieser Lautsprecher geht damit ganz gelassen um und präsentiert den Chor in zwei Reihen aufgestellt, akkurat gestaffelt. Die Abbildung ist nachgerade luzide, einzelne Stimmen lassen sich klar voneinander abgegrenzt heraushören. Das ist der Moment, in dem der Subwoofer seinen Beitrag besonders eindrucksvoll unter Beweis stellen kann: Die Darbietung des großen Chors ist noch klarer gestaffelt und hat einfach noch mehr Atmosphäre. Das liegt freilich nicht an tieferen Stimmlagen; bei Musik profitiert die räumliche Abbildung, weil das menschliche Gehör den Raumeindruck auch aus Frequenzen an der unteren Hörschwelle zusammenfügt. Zu beachten ist bei der Integration eines Subwoofers grundsätzlich, dass er sich nicht in den Vordergrund spielen sollte, am besten achtet man auf den Klang akustischer Instrumente wie Flügel oder Kontrabass. Die sollten wie aus einem Guss klingen, körperhaft, und mit realistischem Bassanteil. Bei Filmgenuss oder bei elektronischer Musik darf es natürlich schon einmal etwas mehr sein, schließlich steht dabei eher der Spaßfaktor als die audiophile Authentizität im Vordergrund.

Den nuVero nova 1w nahtlos zu integrieren, erfordert trotz der Raumeinmessung ein wenig Feingefühl, immerhin haben wir es hier mit einem ausgesprochen potenten Vertreter seiner Gattung zu tun. Wir haben schließlich bei einem Tiefpass von 40 Hertz und einer Pegelreduzierung um fünf Dezibel eine Abstimmung gefunden, die mit unserem Hörraum bestens harmoniert. Die Sängerin Cécile McLorin Salvant hält auf ihrem Album »Ghost Song« mit der Coverversion von »Wuthering Heights«, im Original von Kate Bush, eine Produktion bereit, die den Effekt von Subwoofern auf die räumliche Abbildung besonders deutlich aufzeigt. Der einleitende Gesang dieses Titels wurde in einer Kirche aufgenommen und nicht nachbearbeitet, die Sängerin schreitet hier aus dem Altarbereich kommend auf den Hörer zu. Die Atmosphäre dieser Passage geht unmittelbar unter die Haut, der nuVero nova 1w bringt hier wesentlich mehr Emotion ins Spiel - zuvor hört man die Luft im großen Gewölbe vibrieren, jetzt fühlt man sich, als würde man mitten im Kirchenschiff stehen.

Bass ohne Grenzen

Techno vom Feinsten: Amelie Lens beweist mit ihrem neuen Album »Aura« auf’s Neue ihr Talent. Die Tracks sind dieses Mal eingängiger als von mehreren früheren Alben gewohnt, ihre Handschrift bleibt dennoch unverkennbar

Bevor wir das Leistungsvermögen des nuVero nova 1w ausloten, sei noch einmal klargestellt: Die Durchsetzungsfähigkeit der nuVero nova 9 macht in mittelgroßen Räumen vergessen, dass man einen Kompaktlautsprecher hört. Dennoch kann der nuVero nova 1w bei Jazz-Titeln wie »Only Sometimes« von Giovanni Guidi (Album »A New Day«) der Bassdrum realistischen Kick verleihen und so im Zweifelsfall emotional den Ausschlag geben. Die vorbildliche Geschlossenheit des Klangbildes bleibt im Verbund erhalten, wenn man den nuVero nova 1w wie zuvor beschrieben sorgfältig einbindet. Wir haben mit dieser 2.1-Kombi einen Showcase für Enthusiasten geordert, und den lassen wir jetzt von der Leine. Die im Frühjahr veröffentlichte EP »Amor« von Charlotte de Witte kommt da wie gerufen. Die brasilianische Sängerin und Techno-Produzentin Ceres steuert auf den drei Tracks die Vocals bei, doch uns interessiert jetzt vor allem der Frequenzkeller. Kurzum: Diese Kombination aus Kompaktlautsprecher und Subwoofer liefert. Der Abhörpegel hat mietshaustaugliche Sphären längst verlassen, doch diese Schallwandler kümmert das nicht im Geringsten. Der Beat kommt erdig-rund, punktgenau und enorm kraftvoll. Gleichzeitig grummeln die rhythmisch versetzten Bassläufe pechschwarz und abgrundtief, werden auch körperlich spürbar.

Noch eine Perle des Genres ist erst vor zwei Wochen erschienen: Amelie Lens präsentiert nach zehn Jahren erfolgreichen Schaffens mit »Aura« ihr erstes Album. Die elf Tracks sind eingängiger als von vielen früheren EPs gewohnt, gleichzeitig singt die Techno-Produzentin dieses Mal auf fast allen Tracks. Ihr untrügliches Gespür für intelligente, zugleich mitreißende Kompositionen tritt indes auch auf diesem Album zutage. Der Versuchung, noch einmal beherzt am Lautstärkeregler zu drehen, gebe ich gern nach, und der nuVero nova 1w scheint nur darauf gewartet zu haben. Während bei »The Only One« Soundeffekte wie auf dem Reißbrett gezeichnet den Raum einnehmen, schüttelt er federnde Beats geradezu unverschämt locker aus dem Ärmel, voluminös und absolut präzise. »The Energy Is Us« trägt mit peitschenden Beats ganz die wilde Handschrift der Künstlerin, düstere Bassläufe steigen in Gefilde herab, die mit den meisten Schallwandlern für den Heimgebrauch im Verborgenen bleiben. Der nuVero nova 1w langt hier mit unerbittlicher Wucht hin, da bleibt kein Auge trocken. Zugleich präsentiert er feine tonale Abstufungen in den tiefsten Oktaven wie auf dem Silbertablett, von verschmierten Konturen oder dynamischem Einknicken dagegen keine Spur - das ist Adrenalin pur!

 

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Klang
+neutrale Abstimmung
+hervorragendes Auflösungsvermögen
+natürlicher Klangfarbenreichtum
+plastische, exakt fokussierte Abbildung
+dreidimensionale, weitläufige Raumabbildung
+kraftvoller, sehr tiefreichender & präziser Bass
+atmosphärische Spielweise
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