nuVero nova 9 und nuVero nova 1w im Test:Technologie
Ausschlaggebend ist demgegenüber häufig die Tatsache, dass selbst eine große Kompaktbox mit Stativ im Raum weniger prominent wirkt und sich daher besonders in kleinere Umgebungen leichter harmonisch integrieren lässt. Das Stichwort »Harmonie« liefert auch in klanglicher Hinsicht ein entscheidendes Argument für Kompaktboxen: Trotz aller Möglichkeiten der Einflussnahme durch die Aufstellung - und wie hier auch durch die Absenkung des Tieftons per Steckbrücke -, sind Standlautsprecher in manchen Räumen zu viel des Guten. Eindrucksvolle Beispiele dafür finden sich immer wieder in Vorführungen auf Messen, wobei Nubert zu den Anbietern zählt, die demonstrieren, dass es auch anders geht - selbst mit sehr großen Lautsprechern. Die jeweilige Abstimmung kann diesbezüglich viel bewirken; in unserem 40 Quadratmeter großen Hörraum hatte sich die nuVero nova 14 bestens eingefügt. Dennoch hatten wir im Vorfeld dieses Tests Bedenken, ob das auch mit dem nuVero nova 1w gelingt, denn dieser Subwoofer ist salopp gesagt ein echtes Biest. Unter Verweis auf die Einmessfunktion hatte man uns Erfolg versichert, doch zu den verwendeten Einstellungen und gewonnenen Höreindrücken kommen wir später. Zuvor schauen wir uns die Technik des nuVero nova 9 und des nuVero nova 1w genauer an.

- Die komplex aufgebaute Weiche der nuVero nova 9 ist ausnahmslos mit hochwertigen Bauteilen bestückt und realisiert Filter 4. Ordnung (Bild: Nubert)

- Die markante, organische Form von Gehäuse und Mittelhochton-Einheit vermeidet Kantenreflexionen (Bild: Nubert)
Im Falle des Kompaktlautsprechers koppeln flache Zylinderfüße mit Filz an die Stellfläche an, sofern das optionale Stativ nicht verwendet wird. Der Subwoofer folgt ebenfalls diesem Prinzip der Energieableitung, die höhenverstellbaren Füße sind in die Ausleger des Sockels integriert. Die Treiber wurden für die nuVero nova-Serie allesamt neu entwickelt, und im Zuge dessen kam es zu einer Premiere, denn Nubert setzt erstmalig Metallmembrane ein. Spezifisch handelt es sich um eine 25-mm-Aluminiumkalotte, die dem Hochtöner in Verbindung mit einem kräftigen Antrieb einen hohen Wirkungsgrad beschert. Um die kritische Eigenresonanz der Aluminiumkalotte in den Griff zu bekommen und damit den berüchtigten scharfen Klang zu vermeiden, haben die Ingenieure die »Non-Resonant-Technology« entwickelt. Sie optimiert das Ausschwingverhalten und ist von außen anhand des feinporigen Schutzgitters vor der Kalotte erkennbar. Im Mitteltonspektrum und im Bass-Bereich kommt jeweils ein Konuschassis zum Einsatz, dessen Antrieb mit einem leistungsstarken Neodymmagneten ausgestattet ist. Die Membrane der Konustreiber werden aus vierlagiger Carbonfaser gefertigt, wodurch sich gleichzeitig eine hohe Verwindungssteife und eine geringe bewegte Masse erzielen lassen.

- Die rückseitigen Steckbrücken ermöglichen eine einfache, wirksame Anpassung an den Raum und die Aufstellung (Bild: Nubert)
Die neu entwickelte, nahtlos in das Frontpaneel eingefasste Mittelhochton-Einheit weist bei den Kompaktboxen zwar nicht wie bei den anderen nuVero nova-Modellen die D’Appolito-Anordnung auf - schlicht, weil sie nur über einen Mitteltöner verfügen -, setzt jedoch ebenso mit ihrer Schallführung die Vermeidung von Kantendispersionen fort. Die Bassreflex-Abstimmung dieses 3-Wege-Systems ventiliert über eine Austrittsöffnung, die sich rückseitig etwa auf Höhe des Hochtöners befindet. Die Frequenzweiche entspricht hinsichtlich der konstruktiven Vorgaben den Weichen der anderen Modelle, sie ist mit steilflankigen Filtern 4. Ordnung ausgelegt und durchweg mit hochwertigen Bauteilen bestückt. Oberstes Ziel bei der Entwicklung war, horizontal und vertikal eine breite Schallabstrahlung zu erzielen. Das wiederum ermöglicht ein homogenes Klangerleben außerhalb des Sweet Spot und eröffnet etwas mehr Spielraum bei der Aufstellung, wobei das klassische Stereo-Dreieck dennoch so weit wie möglich eingehalten werden sollte.
Aktiv-Subwoofer nuVero nova 1w

- Der nuVero nova 1w greift die geschmeidige Formgebung der Serie auf (Bild: Nubert)
Den Subwoofer vor Augen, sucht man nach einer Steigerungsform des Adjektiv »imposant« - 77 Zentimeter hoch, 45 Zentimeter breit und fast 64 Zentimeter tief thront der nuVero nova 1w im Hörraum. Seine Leistungsdaten sind nicht minder beeindruckend, und nicht zu vergessen das Gewicht: Beim Auspacken braucht es zwingend zwei Leute, der nuVero nova 1w wiegt ein paar Kilo mehr als der Autor dieser Zeilen. Was seine optische Dominanz anbelangt, zeigt das asymmetrische Gehäusedesign auch hier seine Wirkung - dieser Subwoofer ist unübersehbar und zugleich reizvoll anzuschauen. Zu diesem visuellen Appeal trägt natürlich die Membran des 381-mm-Treibers bei. Sie wird ebenfalls aus vierlagiger Carbonfaser hergestellt; um die Steifigkeit noch weiter zu erhöhen und das Resonanzverhalten zu optimieren, wird der Konus mit einem Polymer beschichtet. Der Aufbau des Magnetsystems soll für einen Ausgleich mechanischer Kräfte sorgen; ein strömumgsoptimierter Chassiskorb und die gut zwei Finger breite Rundsicke gehören zu den klassischen Konstruktionsmerkmalen, die einen linearen Hub gewährleisten sollen. Die Besonderheit des nuVero nova 1w: Er verfügt über eine Bassreflex-Abstimmung, die über zwei rückseitige Ventilationsöffnungen zugleich Kompressionseffekte minimiert.

- Eine vierlagige 381-mm-Carbonfaser-Polymer-Membran setzt die schiere Kraft des Subwoofers in Schallenergie um (Bild: Nubert)

