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Vincent SA-T7 Diamond im Test:
Hörtest

Die Vincent SA-T7 Diamond überzeugt sowohl optisch als auch im Hörtest auf der ganzen Linie (Bild: Vincent)

Gehört habe ich die Vincent SA-T7 Diamond an meiner Referenzkette, die klanglich wenig verzeiht und tonale Eigenheiten zuverlässig offenlegt. Als Endstufe kommt die Norma Audio REVO PA-150 (7.200 Euro) zum Einsatz, eine ausgesprochen musikalische und feinauflösend arbeitende Transistorendstufe. Verbunden ist sie mit der Vincent über das Kimber Kable Carbon Interconnect (950 Euro), das sich durch einen neutralen, präzisen Charakter auszeichnet und klangliche Weichzeichnung konsequent vermeidet.

Als digitale Quelle dient die Métronome DSS 2 Streaming Bridge (4.450 Euro), angeschlossen über S/PDIF-Koax. Zum Abgleich mit einem teureren DAC spielt das D/A-Wandlermodul der Norma (ca. 1600 Euro), und als analoge Quellenreferenz dient der J. Sikora Initial Max/KV12 VTA (ca. 16.000 Euro) mit dem MC-Tonabnehmer Aidas Cu (4.500 Euro) an der Linnenberg Bizet Phonostufe (ca. 5.000 Euro). Als Lautsprecher kommen die ATC SCM50PSL (16.500 Euro) zum Einsatz, also passive Studiomonitore mit ehrlicher Abstimmung und hoher Transparenz vor allem im Mittelton. Im Zusammenspiel mit den ATC zeigt sich schnell, ob eine Komponente zur Schönfärberei neigt oder tatsächlich ehrlich und diszipliniert arbeitet. Die SA-T7 Diamond behauptet sich hier souverän. Basskontrolle, Impulsverhalten und tonale Balance bleiben auch bei höheren Pegeln stabil. Die Kette profitiert hörbar von der ruhigen, zugleich präzisen Gangart der Vincent-Vorstufe. Ohne Wärme zu addieren, lässt sie Ordnung und Durchzeichnung durchscheinen und überzeugt besonders bei komplexem Material und bei langen Hörsessions.

Am liebsten analog

Die SA-T7 Diamond überzeugt durch Kraft und Kontrolle (Bild: Vincent)

Im Hörraum hegt die SA-T7 Diamond eine Vorliebe für die analoge Signalverarbeitung. Klar funktioniert sie als Vorstufe mit integriertem DAC für digitale Quellen und Bluetooth. Der interne DAC schlägt sich wacker, liefert einen stabilen Grundton, saubere Basskontrolle und eine stimmige Tonalität. Für den digitalen Alltag, für Hintergrundmusik, schnelles Anspielen oder längere Sessions ohne klangliche Rekordjagden ist das vollkommen ausreichend – keine Notlösung, sondern eine wirklich brauchbare Digitalsektion. Dennoch: Sobald nämlich ein externer DAC oder eine hochwertige Phonokette ins Spiel kommt, verändert sich der Eindruck nochmals deutlich zum Positiven hin. Die analoge Vorstufensektion legt hörbar zu und rückt erstaunlich nah an deutlich teurere Geräte heran.

Untenrum überzeugt die SA-T7 Diamond durch Kraft und Kontrolle. Der Bass reicht tief hinab, wirkt druckvoll und bleibt dabei klar konturiert. Start- und Stopp-Punkte sitzen präzise, der Tiefton erscheint nie aufgebläht oder weichgezeichnet. Elektronische Bassläufe besitzen Körper und Struktur. Das ist die Art von Kontrolle, die selbstverständlich wirkt, nicht aufgesetzt oder demonstrativ. Sehr schön! Elektronische Produktionen wie Trent Reznor & Atticus Ross’ TRON-Soundtrack mit seinen tiefen Synthesizer-Flächen und pulsierenden Sequenzen profitieren von der klaren Start-Stopp-Kontrolle. Hier zeigt sich, dass Druck und Präzision keine Gegensätze sein müssen. Auch bei Rockmaterial mit echtem Schlagzeug – etwa groovige, erdige Produktionen wie die von Clutch – überzeugt die Bassarbeit. Kickdrum und Bassgitarre bleiben sauber getrennt, selbst bei höherem Pegel. Die SA-T7 Diamond hält den Tiefton fest im Griff, ohne ihn zu glätten oder zu beschneiden, und wirkt körperhaft, aber nicht dominant.

In der Mitte zeigt die Diamond eine sehr transparente tonale Neutralität. Die Stimme von Jarvis Cocker auf "Room 29" steht präsent im Raum, ohne künstlich nach vorn geschoben zu werden. Das begleitende Klavier von Chilly Gonzalez profitiert von der klaren Anschlagzeichnung und der sauberen Ausklingphase. Entscheidend ist, wie so oft, die Balance: Die Wiedergabe wirkt offen und ruhig und rutscht nie ins Analytisch-Angespannte. Details tauchen beiläufig auf, drängen sich aber nicht auf. Das erleichtert langes Hören und verschiebt den Fokus von der Technik hin zur Musik. Der Hochton setzt diesen Eindruck fort, fällt linear, sauber und frei von Nervosität aus. Die SA-T7 Diamond widerlegt gängige Röhrenklischees wie kaschierende Wärme oder absichtliche Weichzeichnung, ohne daraus ein Statement zu machen. Gegenüber meiner höherpreisigen Norma-Referenz fehlen vielleicht ganz oben ein Hauch Luft und die allerletzte Auflösung. Das zeigt sich allerdings nur bei sehr fein aufgenommenen Klassik- oder Jazz-Produktionen, wenn der Raumanteil extrem weit nach hinten aufgefächert ist, und fällt erst im direkten Vergleich auf, verschwindet aber schnell, sobald man sich auf die Musik einlässt.

Erwachsen, ausgewogen, dynamisch – eine Vorstufe die richtig Spaß macht (Bild: Vincent)

Vorhang auf!

Besonders überzeugend gerät die Raumdarstellung der Vincent. Die Bühne entwickelt eine erstaunliche Höhe und Tiefe, die Breite bleibt eher realistisch auf die Lautsprecherbasis begrenzt. Instrumente und Stimmen lassen sich selbst in komplexen Klanggemälden klar orten, stehen dreidimensional im Raum, ohne dass das Gesamtbild seziert wirkt. Die SA-T7 Diamond trennt sauber, hält aber zusammen – das ist eine seltene Eigenschaft, die man nicht hoch genug schätzen kann.

In Sachen Dynamik liegt eine ihrer größten Stärken in der Feindynamik. Kleine Pegelabstufungen, Mikronuancen und Ausdruck werden sehr glaubwürdig transportiert. Musik atmet und bewegt sich. Grobdynamische Impulse erscheinen im Vergleich zur Norma minimal abgerundet. Das betrifft vor allem die allererste Attacke, den Transienten. Dieser Charakter wirkt im Alltag allerdings nicht bremsend, sondern eher kultiviert. Dynamikspitzen stellt die Vincent dennoch realistisch dar – nur eben, ohne aggressiv aufzutreten. Nicht zuletzt deshalb bleibt die Wiedergabe auch bei höheren Lautstärken entspannt.

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