Vincent SA-T7 Diamond im Test:Sonderauflage einer Röhrenvorstufe mit Mehrwert
Sondereditionen haben es manchmal nicht leicht. In einigen Fällen erschöpft sich ihr Mehrwert in neuen Füßen, einer anderen Frontplatte oder einem Schriftzug, der suggeriert, hier sei etwas Besonderes passiert. Die Röhrenvorstufe SA-T7 Diamond von Vincent gehört trotz überschaubarer Spezialmaßnahmen nicht in diese Kategorie.
Testbericht von Michael Bruss30. Januar 2026, Fotos: Hersteller, AV-Magazin
Vincent versteht die Diamond-Version als eine Zuspitzung der Qualitäten seiner SA-T7. Diese ist seit Jahren als Röhrenvorstufe etabliert und setzt einen klaren Fokus auf Klang und Alltagstauglichkeit. Genau dort setzt auch die Diamond an. Wer auf ein spektakuläres neues Design oder luxuriöse Materialexzesse hofft, wird enttäuscht sein. Das Gehäuse bleibt unverändert, wirkt wie gehabt sachlich, solide, aber auch sehr sauber verarbeitet. Und das ist gut so, denn alles sitzt dort, wo man es erwartet. Gestalterische Experimente und modische Ausrufezeichen suchen Sie bitte woanders, danke. Ob man das sympathisch oder altmodisch findet, sei jedem selbst überlassen.
Auch andere Mütter haben schöne Röhren
Zwar basiert die Diamond klar erkennbar auf der bekannten Plattform, doch der „sondereditionierende“ Haupt-Eingriff erfolgt an einer Stelle, die in der Röhrentechnik alles andere als beiläufig ist: bei den aktiven Bauteilen selbst. Vier Telefunken-NOS-Röhren vom Typ PCF803 mit dem berühmten Diamantstempel aus (logischerweise) endlichem Lagerbestand bilden den Kern dieser Variante – mit allen Konsequenzen, die ein solcher Schritt mit sich bringt. Eine limitierte Stückzahl, ein etwas höherer Preis, aber auch ein höherer Anspruch: klanglich mehr herauszuholen, ohne das bewährte Grundkonzept über Bord zu werfen. Rund 1600 Röhren konnten beschafft werden, ein erheblicher Teil davon wandert bewusst in die Service-Reserve. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine begrenzte Auflage – realistisch sind etwa 250 Geräte. Wer sich für die Diamond entscheidet, kauft also kein Serienprodukt, sondern eine zeitlich und mengenmäßig klar definierte Besonderheit.

