dCS Lina DAC X im Test:
Audiophiler Streamer-DAC mit Lautstärkeregler
Mit der Einführung der Lina-Serie hat dCS nicht nur ein neues Preissegment für sich eröffnet, auch die schmalen Gehäuse waren ein Novum im Portfolio. Der Lina DAC X dagegen präsentiert sich wieder im klassischen Formfaktor und mit großem Lautstärkeregler. Technisch wurde gegenüber dem Lina DAC fast nichts verändert - aber eben nur fast. Wir beleuchten, was den Lina DAC X auszeichnet.
Testbericht von Marius Donadello27. Juli 2026, Fotos: Hersteller, AV-Magazin
Der Digitalspezialist dCS ist nicht gerade für Kompromissbereitschaft bekannt, ein konsequentes Streben nach klanglich optimalen Lösungen zieht sich wie ein roter Faden durch die Entwicklungshistorie. Ohne dies wäre die Unternehmung nie zu dem Player geworden, der sie ist, doch heute erscheint die Situation verändert: Ohne die Ansprache neuer Zielgruppen lässt sich kein langfristiger Erfolg gewährleisten. Mit diesem Bemühen geht jedoch häufig eine Aufweichung strikter Qualitätsprinzipien einher, weil - hauptsächlich mit Blick auf junge Interessenten - mit schmalerem Budget kalkuliert wird. Im Falle von dCS sind allerdings selbst die Lina-Komponenten, die den Einstieg ins Portfolio markieren, für viele Audiophile nicht ohne Weiteres erschwinglich. Skepsis nährte sich daher aus zwei Blickwinkeln als das Lina-Trio vor knapp drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde; demgegenüber stand Anerkennung für den mutigen Schritt, sehr kompakte Komponenten mit halber HiFi-Breite anzubieten. Während dCS konstruktiv gesehen das richtige Maß gefunden und seine DNA mit den Lina-Geräten keineswegs verwässert hat, sollte man grundsätzlich differenzieren, wer heutzutage die aussichtsreichsten neuen Zielgruppen sind: Neueinsteiger, bei denen der Funke übergesprungen ist, und all jene, die sich im wachsenden Luxussegment bedienen können. Lina DAC, Lina Masterclock und Lina Headphone Amp hatten auch vor diesem Hintergrund keinerlei Fragen aufgeworfen; der Lina DAC X in klassischer Gehäusebreite dagegen in meinen Augen zunächst schon. Rudert dCS nun zurück?
Klassischer Formfaktor

- Das Key Feature des Lina DAC X: Ein üppig dimensionierter Lautstärkeregler (Bild: dCS)
Bei aller persönlichen Affinität zum frischen Design besagter kompakter Linas braucht es einen neuen Blick auf den Lina DAC X. Auf die mitgelieferte, edle Fernbedienung mit seidenmatt eloxiertem Metallgehäuse. Und die erste Berührung des großen, wunderbar sanft laufenden Lautstärkereglers. Dann wird eine hinlänglich bekannte, scheinbar unverrückbare Tatsache wortwörtlich fühlbar: Auch bei HiFi geben zumeist Konventionen den Ausschlag. Mit dieser physischen Komponente punktet der Lina DAC X insbesondere bei der Kernzielgruppe, und damit rudert dCS keineswegs zurück, sondern fokussiert sich auf den eigenen Ursprung. Tatsächlich ist der kompakte Lina DAC die einzige Quelle im Portfolio, die keinen physischen Lautstärkeregler hat - die Lautstärkeregelung erfolgt in diesem Fall nur in der App dCS Mosaic oder über die Fernbedienung, die für den Lina DAC optional erhältlich ist.
Das Design des Lautstärkereglers am Lina DAC X weicht vom bislang üblichen Look and Feel ab, er ist wesentlich flacher und setzt mit etwa dem doppelten Durchmesser einen ausdrucksstarken Akzent. Die Pegelregelung erfolgt wie bisher digital, der massive Drehregler steuert einen Impulsgeber an. Für Musikliebhaber, die großen Wert auf das haptische Erlebnis legen, wird der Lina DAC X damit zur vollwertigen Streaming-Vorstufe - sofern man keine analogen Quellen nutzen möchte.

- Dank der massiven Bodensektionen und der Filzfüße können Besitzer aller drei Komponenten Lina Masterclock und Lina Headphone Amp bedenkenlos auf den Lina DAC X stellen (Bild: dCS)

